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  • Wachsender Reformdruck, noch eine Wahl und Appelle zum Verhalten in der Natur

    Unsere Kolumne zu Politik, ländlichem Raum und Jagd Liebe Leserin, lieber Leser, nach der Landtagswahl morgen in Rheinland-Pfalz wird die Zeit der Berliner Rücksichtnahme auf Wahlkämpfe im Lande wohl erst einmal zu Ende sein. Der Bundeskanzler ist schon mit der Aussage, jetzt geschlossen und zielstrebig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft wiederherzustellen, nach Brüssel gefahren. Dort überlagerten die verbundenen Themen Iran, Ukraine und Orban das Gipfeltreffen. Daneben: Brüssel muss auch einen Reformbeitrag leisten, wenn es überhaupt noch in der Wirtschaft etwas wieder bergauf gehen soll. Jedenfalls, so ist zu hören, reden die Koalitionsspitzen Merz und Klingbeil intensiv darüber, wie sie es mit ihren jeweils eigenen Reihen schaffen, einen großen Reformwurf bei Steuern, Rente, Gesundheit und Pflege endlich hinzukriegen. Auch Berlin blickt auf die Regierungsbildung in Stuttgart und die erst einmal letzte Wahl vor der Osterpause in Rheinland-Pfalz. Im Wahlkampf kam der ländliche Raum bei den Themenschwerpunkten etwas zu kurz. Verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute haben in dieser Woche nicht nur Bundeskanzler und Finanzminister aufgeschreckt, sondern auch die deutsche Öffentlichkeit. Die rein für Investitionen gedachten Mittel aus dem „Sondervermögen“ (das schuldenfinanziert und damit eigentlich das Gegenteil von Vermögen ist) sind zumindest im ersten von zehn Jahren „fast vollständig zweckentfremdet worden, um Haushaltslöcher zu stopfen“. Dabei reden wir über 24 von 500 Milliarden, die 2025 abgeflossen sind. Oder auch dann 39 Milliarden bis Ende Februar. So die Zahl aus dem Bundesfinanzministerium. Bekanntlich war Friedrich Merz kurz nach der Wahl über seinen Schatten gesprungen, als mit der Grundgesetzänderung der Weg zu dem „Sondervermögen“ mit der SPD und Teilen der damals künftigen Opposition frei gemacht wurde. Die Grünen waren dabei und drohen jetzt mit einer Verfassungsklage. Eine Reihe meist junger Abgeordneter aus der Union reiht sich in die Kritik ein, weil das ein ungedeckter Scheck auf die Zukunft sei. „ Das Sondervermögen muss besser auf Zukunftsinvestitionen, Zusätzlichkeit und harte Infrastruktur ausgerichtet sein“ , wird beispielsweise der 36-jährige CDU-Abgeordnete Carl-Philipp Sassenrath zitiert. Für den Vorsitzenden der Jungen Union und MdB, Johannes Winkel, der schon auf dem CDU-Parteitag als prominenter Kritiker auftrat, handelt es sich um „die künstliche Beatmung eines aus dem Ruder gelaufenen Sozialstaates“ . Zu dieser Debatte gehört latent das grundsätzliche Für und Wider der Schuldenbremse – ein alter Streit zwischen Union und SPD, wenn es ums Sparen oder Schuldenmachen geht. Das Handelsblatt blickt in dieser Woche mit einem Zitat von Franz-Josef Strauß weit zurück: „So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, so seien Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen.“  Na gut, Wehner und Schmidt waren ja auch nicht ohne… „ Wie ein erschlaffter Mann mit zugelegtem Bäuchlein“ Ums Sparen geht’s grad nicht, sondern um die aktuelle Wirtschaftslage mit Investitionsstau bei gleichzeitig hoher Verschuldung . Da liegen Unternehmerverbände mit dem Wirtschaftsflügel in der Union und SPD mit Gewerkschaften nun einmal grundsätzlich maximal auseinander. Das ist das Dilemma für den Zusammenhalt der politischen Mitte, der ohne CDU und SPD nun einmal aktuell nicht geht. Joachim Gauck hat jetzt unser Land in einer TV-Sendung mit einem satten, etwas erschlafften Mann mit zugelegtem Bäuchlein verglichen. Dazu sei ein Schuldenproblem gekommen. Bevölkerung und Politik müssten die Abwehrfähigkeit eines Topathleten wiederentdecken. Auch da ist wohl was dran. Das Problem „Sondervermögen“ hat sich bei   Bund, Ländern und Kommunen gleichsam aufgestaut . Denn 100 Milliarden gehen davon an die Länder, die das Geld zu großen Teilen an ihre Kommunen weiterzuleiten haben. Bleibt die Frage, was die Landesregierungen davon abgeben oder für die eigenen Haushalte behalten. Und was wird, wenn Kommunen wegen ihrer finanziellen Engpässe eine Investition ausgesetzt haben, nun aber aus diesem Topf nachholen? Auch das wird sich wohl das Verfassungsgericht ansehen. Bis es sich dann geäußert hat, werden wir diesen Streit um die Schattenhaushalte auf allen politischen Ebenen wohl nicht los. Und der geht dann bei den Kommunen bis in die letzten Winkel des Landes. Produktionskosten mit nach oben offenen Befürchtungen? Dort im ländlichen Raum werden sich die Auswirkungen der aktuellen Sicherheitslage und Energiekrise, um die es am Donnerstag beim Brüsseler EU-Gipfel ging, dramatisch auswirken. Es trifft Pendler, Landwirte und die Ernährungswirtschaft besonders hart, wenn es an den Tanksäulen weiter nach oben geht, die Düngemittelpreise sich zum „wirtschaftlichen Damoklesschwert“  entwickeln und die Kosten durch Marktunsicherheiten unkalkulierbar werden. Auf dieses Problem hat auch mit dieser Formulierung der Vorstandsvorsitzende der Agravis Raiffeisen AG, Dirk Köckler, auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens hingewiesen. Immerhin ist das der zweitgrößte deutsche Agrarhändler mit 8,4 Milliarden Umsatz; vorwiegend in Niedersachsen, Westfalen, Hessen und den östlichen Bundesländern. Das führt mit Blick auf die zu erwartenden Produktionskosten zu nach oben offenen Befürchtungen. So wie die Pendler für ihr Auto haben die Landwirte bei ihrem durchschnittlichen Maschinenverbrauch von 100 Litern Diesel pro Hektar Fläche so zu rechnen, wie es jede Preistafel an den Tankstellen anzeigt. Da kommt also noch einiges auf uns zu, wenn der Staat nicht eingreift. „Lieschen Müller“ erschließt es sich nicht, warum wenigstens nicht vorübergehend der Finanzminister einen Teil der damit ständig auch steigenden Mehrwertsteuer erlässt. Ich weiß, reine Marktwirtschaftler sehen darin einen Sündenfall. Aber: Andere europäische Staaten greifen in den Kraftstoffmarkt ein. Bisher ist in Deutschland davon wenig sichtbar, allenfalls wie sich die Wirtschaftsministerin zunächst an der Mineralölwirtschaft die Zähne ausbeißt. Und wie die vom Bundestag beschlossenen Maßnahmen gegen stündliche Preissprünge an den Tankstellen oder auch ein verschärftes Kartellrecht greifen. Dazu kommt jetzt noch der alte Ruf nach einem Tempolimit neu auf den Tisch. Das nächste Kopf-an-Kopf-Rennen – diesmal zwischen CDU und SPD Holprig könnte es im Südwesten für Cem Özdemir weitergehen, wenn er bald Ministerpräsident werden will. Nach dem faktischen Gleichstand zwischen Grünen und CDU im Parlament von Baden-Württemberg ist seine Einladung zu Sondierungsgesprächen in der Stuttgarter Unionsfraktion angekommen. Wie der SWR erfuhr, soll vorher die erste Begegnung von Özdemir und Manuel Hagel zäh verlaufen sein. Erst einmal aber heißt es, abwarten und nach Mainz blicken. Dort steht morgen die nächste Landtagswahl an. Nach allen Prognosen kommt es auch dort zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen, nur diesmal zwischen CDU und SPD. Heiß umstritten war am Ende das durch die Ampelkoalition beschlossene neue Landesjagdgesetz. Es wurde zum Schluss der Legislaturperiode noch auf Druck der Grünen gegen starken Widerstand aus der Jagd und dem privaten Waldbesitz beschlossen. Die CDU hat angekündigt, das zu korrigieren. Aber: Im Wahlkampf scheinen der ländliche Raum, die Jagd und das Forstwesen nicht unter den zentralen Themen gewesen zu sein. Dieser Eindruck ist bei mir jedenfalls beim Blick auf die Berichte über den Wahlkampf im Lande entstanden. Zum Spendenformular Bleiben wir noch bei den Wahlen. In meiner letzten Kolumne bin ich auf Ergebnisse und Trends bei der Kommunalwahl in Bayern eingegangen. Dabei habe ich nicht auf die Gemeinde- und Kreistagswahl in Hessen mit gleicher Bedeutung hingewiesen. Dankenswerterweise hat mich eine Leserin aus dem Hessischen darauf aufmerksam gemacht, dass ich im letzten Newsletter mit meinem Wunsch für ein „gutes wahlfreies Wochenende “ danebenlag. Sorry. Seit gestern liegt nun das vorläufige Ergebnis vor. Danach kam die CDU auf 29,8 Prozent (+1,3 gegenüber der Kommunalwahl 2021), die SPD holte 20,8 (-3,2), AfD 14,8 (+8), Grüne 14,0 (- 4,4). Die Wahlbeteiligung lag bei 54,3 Prozent. Das aus Sicht vieler Kritiker inhaltlich verunglückte Landesjagdgesetz  in Rheinland-Pfalz bietet jetzt offensichtlich Anlass zu einer weiteren Wahlauseinandersetzung. Im Landesjagdverband zeichnet sich eine Kampfkandidatur zwischen dem Präsidenten Dieter Mahr und Dr. Gitta Greif-Werner als Basiskandidatin ab. Als erfahrene Jägerin, Revierinhaberin und Waldbesitzerin habe sie sich sehr engagiert in die Auseinandersetzungen um die Gesetzesänderung eingebracht. So formulieren es ihre Unterstützer. Die promovierte Juristin soll den Amtsinhaber am 24. April in Westerburg in einer Kampfkandidatur ablösen. Gitta Greif-Werner sei der beste Beweis dafür, „dass starke Frauen keine Quoten nötig haben, um für Führungspositionen zu kandidieren – oder diese zu bekleiden“.  Wir werden weiter ein Auge auf diese anstehende Wahl haben. Noch ein Appell mit Blick auf die Gefahren durch die ASP Wanderer und Ausflügler werden aufgefordert, bei der latent anhaltenden Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP)  weiter Vorsicht walten zu lassen. Auch der Westfälische Bauernverband fordert Spaziergänger, Radfahrer und Ausflugsgruppen zJu Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein auf, wenn sie in die Natur des ländlichen Raums gehen. Stichworte sind der sorgsame Umgang mit Speiseabfällen, das Einhalten der Wege und das Anleinen von Hunden. Das Verhalten der Menschen ist nun einmal die Hauptübertragungsquelle. Der aufkommende Frühling ist zudem die Zeit, wo die Natur besonders geschont werden muss. Gerade während der Brut- und Setzzeit in Wald und Feld brauchen Rehkitz, Frischling und Küken nun Ruhe. Daher erinnert der Deutsche Jagdverband (DJV), dass sich jetzt Wald, Feld und Flur in eine große Kinderstube verwandeln . Ethik, Aus- und Weiterbildung zur Jagd Die verschärfte Jagd befeuert, auch wegen vermehrter Jagdunfälle bei Nacht und Entgleisungen in den sozialen Medien , eine Diskussion über die Ausbildung junger Jäger. Die Jagdschulen boomen und die Zahl der Aspiranten steigt. Fast 470.000 Jagdscheininhaber gibt es derzeit bundesweit. Mehr als ein Viertel der heutigen Jagdscheinanwärter hatte vor der Ausbildung laut Deutschem Jagdverband (DJV) keinerlei jagdliche Vorerfahrung, viele kommen inzwischen aus Städten. Vor diesem Hintergrund schwelt noch weitgehend im Verborgenen eine Debatte, die von vorgeschlagenen Ethik- und Jagdpraxis-Seminaren bis zur Rückkehr zum Lehrprinzen-Modell reicht. In einem Blog-Beitrag wird unser Autor Christoph Boll das Thema in der nächsten Woche beleuchten und zugleich kritisch anmerken, dass das vom Landesjagdverband Thüringen in den Raum gestellte Pflichtprogramm, das Jungjäger nach der Prüfung absolvieren sollen, zu Neubewertungen der Ausbildungs- und Prüfungspraxis führen könnte. Freuen Sie sich an der aufgehenden Natur. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Wochenende Ihr Jost Springensguth Redaktionsleitung / Koordination

  • Der Borkenkäfer ist auf dem Rückzug?

    In einigen Regionen des Ostens ist der Borkenkäfer auf dem Rückzug. Warum das aber nicht überall ein Grund zur Freude ist Foto: MichaelMueller410 / pixelio.de Es ist ein vorsichtiges Aufatmen nach einer wohl beispiellosen Plage: Die Gefahr des Borkenkäferbefalls vor allem in den Wäldern des Freistaates Thüringen hat sich nach Einschätzung von Forstexperten in Erfurt deutlich entschärft. Mit Stichtag 30. Januar hat die zuständige Landesforstanstalt in Erfurt für den ersten Monat des Jahres eine Menge von 3550 Festmetern befallenem Holz registriert, das bisher nicht eingeschlagen worden sei. Dieser Wert bezieht sich auf die gesamte Wald- und Forstfläche des Landes Thüringen. 3550 Festmeter – das sind lediglich sechs Prozent der Menge des Vorjahresmonats. Dies verstärkt den positiven Trend vor allem in den fichtenreichen Hochlagen des Thüringer Waldes sowie im Ostthüringer Schiefergebirge. Rückgang hat viele Ursachen Nach Angaben zahlreicher Experten gibt es für diesen Rückgang viele Gründe: Ein wichtiger ist, dass sich die aktiven Gegenmaßnahmen gegen die schlimme Borkenkäfer-Population durch den Menschen auszuzahlen beginnen. Waldeigentümer und staatliche Stellen schlagen befallenes Holz ein und transportieren es aus den Wäldern ab, bevor sich die Borkenkäfer wieder vermehren könnten. Dies setzt eine fast durchgehende Beobachtung der Verhältnisse im Wald voraus – eine kostenintensive Arbeit. Ein weiterer Grund für das vorsichtige Aufatmen ist das feuchtere und kühlere Wetter der vergangenen Monate. Dabei spielen die sehr kalten Temperaturen im späten Winter bis zum meteorologischen Beginn des Frühjahrs allerdings keine große positive Rolle. Die Borkenkäfer überstehen Temperaturen von deutlich unter minus 25 Grad weitgehend unbeschadet. Sie ziehen sich in tiefere Bodenschichten zurück. Der Fichtenborkenkäfer bildet außerdem eine Art körpereigenen „Frostschutz“, indem er Zucker und Zuckeralkohole einlagert. Diese Stoffe verhindern die Bildung von Eiskristallen, die für die Tiere tödlich wären. Weniger Schadholz auch in Sachsen Etwas weniger Grund zum Aufatmen haben staatliche Stellen und private Waldeigentümer im benachbarten Sachsen. Nach Auswertung feiner Messproben zeigt dort das Borkenkäfermonitoring auf der Grundlage von 89 Standorten für die Schwärmperiode 2024 dagegen immer noch deutlich erhöhte Populationsdichten. Die vom Ministerium in Dresden beobachteten rückläufigen Befallsholzmengen geben aber auch dort Grund zur Hoffnung auf eine mittlerweile absehbare Entspannung der Situation. Grund ist auch hier das aktive Bekämpfungsmanagement und die vergleichsweise gute Witterung, die ein weiteres Ausbreiten der Schädlingspopulation verhindert. Aber es gibt gerade in Sachsen einen bitteren Grund für den Rückgang der Borkenkäfer. In vielen Regionen des östlichen Bundeslandes hat der Borkenkäfer gerade in den Jahren von 2010 bis 2020 so gewütet, dass es dort einen „fast vollständigen Ausfall der Fichte in den bisherigen Hauptschadgebieten“ gegeben hat. Übersetzt: Die Fichte ist dort überhaupt nicht mehr vorhanden. Positiv dagegen ist, dass in den Regionen, wo doch noch Fichten vorhanden sind, in diesem Bestand aufgrund der günstigen Witterung und der eingeleiteten Schutzmaßnahmen für das Umfeld des Waldes eine Verbesserung eingetreten ist. Wie geht es jetzt weiter? Alle Beteiligten hoffen, dass sich der positive Trend nicht nur in Sachsen und Thüringen fortsetzt, sondern auch in anderen waldreichen Regionen wie dem Sauerland und der Eifel. Auch dort gingen die Schäden in die Milliarden, sind ganze Waldflächen geschädigt, kostet die Wiederaufforstung viel Geld. Entscheidend für die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf dürften vor allem die konkreten Wetter- und Brutbedingungen sein. Auch wenn da der Mensch wenig bis keine Einflussmöglichkeiten hat – eine konkrete Aufgabe geben die Behörden allen Beteiligten mit auf den Weg: Waldbesitzer mit Nadelholzbeständen sollten spätestens ab dem ersten Schwarmflug im April oder Mai wachsam sein. Und im Ernstfall schnell reagieren und das befallene Holz aus den Wäldern bergen.

  • Vermüllung der Landschaft ist ein gesellschaftliches Problem

    Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Das Abfallaufkommen steigt stetig. Ein gehöriger Teil des Mülls landet in der Natur. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern birgt Gefahren für die Umwelt und das Wild Symbolbild: ChatGPT In Deutschland fallen jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Abfall an, knapp zehn Prozent davon sind Haushaltsabfälle. Pro Kopf waren es 2024 etwa 452 Kilogramm. Verpackungsmüll liegt bei rund 215 Kilogramm pro Einwohner. Das ist einer der höchsten Werte in der EU. Etwa 300.000 Tonnen Müll geraten in Deutschland laut einer Studie des Umweltbundesamts jedes Jahr in die Natur. Dieser sogenannte wilde Müll sieht nicht nur unschön aus, sondern schafft weitergehende Umweltprobleme. Das Grundwasser wird verunreinigt. Mikroplastik gelangt bis in die Meere. Natürlich gibt es das Problem auch in geschlossenen Ortschaften, in Stadtparks sowie an Grünstreifen, Straßenböschungen und Autobahnauffahrten. In erster Linie aber trifft es die offene Landschaft, also den ländlichen Raum. Bauschutt oder Elektroschrott landen illegal im Wald , ebenso ausgediente Autoreifen oder Folien aus der Landwirtschaft. Besonders betroffen sind beliebte Picknickplätze an Gewässern, Waldränder und landwirtschaftliche Flächen. Klassische Verbotsschilder schaffen ebenso wenig Abhilfe wie das Aufstellen von Abfallbehältern. Der Müll findet sich bis hinauf in abgelegene Bereiche der Berge. Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer können zwar volle Getränkeflaschen und -dosen mit in die Natur tragen. Ist der Durst jedoch gelöscht, wird das Behältnis zu schwer, um es mit nach Hause zu nehmen. Vom ausgespuckten Kaugummi über die achtlos weggeworfene Zigarettenkippe bis zu Fast-Food-Verpackungen und Pizza-Kartons – Abfallfachleute haben für die Vermüllung der Landschaft den englischen Begriff des „Littering“ ins Deutsche übernommen. Er beschreibt ein gesellschaftliches Phänomen und Problem, das sich zunächst auf Kleingegenstände wie Papiertaschentücher, Kaffeebecher, Plastiktüten und Bonbonpapiere bezieht, die achtlos aus dem Autofenster geworfen, im Vorbeigehen fallen oder nach der Rast liegen gelassen werden. Doch die illegale Entsorgung geht weit darüber hinaus, denn auch Elektroschrott, kaputte Campingstühle oder ganze Lkw-Ladungen Bauschutt landen in der Landschaft. Fehlendes Problembewusstsein Viele Verursacher verfahren nach der Devise „Ex und hopp“, aus den Augen, aus dem Sinn. Sie nehmen ihr Verhalten nicht als Problem wahr. Egal aber, ob das wilde Entsorgen aus Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, Ignoranz oder Unwissenheit geschieht, es ist stets ein Verstoß gegen die Pflicht zur ordnungsgemäßen Abfallbeseitigung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es handelt sich also zumindest um eine Ordnungswidrigkeit, je nach Schwere des Delikts aber gegebenenfalls auch um eine Straftat. Denn die Folgen von Littering sind gravierend. Zunächst geht es für die meisten Menschen um einen Wohlfühlfaktor. Sie möchten einfach nicht im Dreck leben und wünschen sich Sauberkeit auch in der Landschaft. Darüber hinaus gefährdet Littering Tiere und Pflanzen. Wild, etwa Damwild, äst Folienreste, verfängt sich in Litzen, tritt in Scherben oder Getränkedosen und verletzt sich dabei. Viele Abfälle verrotten nur langsam oder gar nicht. Andere setzen Schadstoffe frei. So verunreinigt eine einzige Zigarettenkippe 40 bis 60 Liter Grundwasser. Irgendwann kommt das Gift also zum Menschen zurück. Andererseits werden wertvolle Rohstoffe, die durch ein Recycling zurückgewonnen werden können, unwiederbringlich der Kreislaufwirtschaft entzogen. Gemeinsam gegen den Müll Nicht zuletzt kostet die Vermüllung viel Geld. Deshalb beschäftigen manche Städte sogenannte „Müllsheriffs“. Sie sollen Verursacher ermitteln. Bleiben die aber unbekannt, geht die Verpflichtung zur Beseitigung auf den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger – die Abfallwirtschaft – über. Dahinter stehen stets die Kommunen, die für Reinigung, Präventionsmaßnahmen und Aufklärungskampagnen tief in die Tasche greifen müssen. Es kostet also unser aller Geld. Deshalb sind auch alle betroffen und gleichermaßen für die Umwelt verantwortlich. Diese Sichtweise setzt sich immer mehr durch: Überall im Land kämpfen nicht nur kommunale Reinigungskräfte gegen den Abfall in der Natur, sondern auch Freiwillige. Kommunen rufen auf zum City-Putz, zu Dreck-weg-Tagen, zur Besenparty oder zur Aktion Saubere Landschaft und Einzelpersonen, Vereine, Nachbarschaften und Schulklassen kommen zur gemeinsamen Putzaktion. „Sauberhafte Landschaft“ heißt sie seit zwölf Jahren in den 16 Mitgliedskommunen des hessischen Müllabfuhrzweckverbandes Biedenkopf. Dort sind vor knapp einem Jahr „rund 4.000 freiwillige Helfer überall im Verbandsgebiet ausgeschwärmt, um sich der kleinen und großen Umweltsünden ihrer Mitmenschen anzunehmen“, so der Verband. Solche Aktionen mögen als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein oder Sisyphos-Arbeit anmuten. Aber sie tragen dazu bei, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen. Nicht zuletzt engagieren sich viele Jäger, oft koordiniert durch Hegeringe, bei derartigen Säuberungen. Sind sie es doch, die den Unrat auch in den entlegensten Ecken der Reviere finden. Dieses Engagement ist ein meistens unbeachteter Beitrag zum Natur- und Umweltschutz, der weit über den jagdlichen Auftrag hinausgeht.

  • Die verschiedenen Wahlen und das Warten auf den finalen Wolfsbeschluss

    Unsere Kolumne zu Politik, ländlichem Raum und Jagd Liebe Leserin, lieber Leser, was für Donald Trump zweitrangig ist, tut bei uns bis in den letzten Winkel der Republik weh. Und wenn der Krieg länger dauert, fressen sich die Energiepreise durch die ganze Wirtschaft, stellt das Ifo-Institut aktuell fest. Gerade in den ländlichen Regionen wächst die Wut an den Tanksäulen. Warum ist der Sprit hier teurer als bei unseren Nachbarn in der EU? Auf dem Lande läuft nichts ohne Maschinen und Autos. Daneben wächst überall die Angst vor einem Inflationsschub. Da können wir in der Landes- und Kommunalpolitik machen, was wir wollen. In Bayern bleibt die CSU auch stärkste Kommunalpartei und die Ergebnisse der weitgehend im Norden unbeachteten Rat- und Kreishauswahl haben dort auch ein politisches Stadt-Land-Gefälle verfestigt. Und nun wollen wir sehen, was in Stuttgart Özdemir und Hagel aus ihrem faktischen Patt machen, und warten auf das nächste Ergebnis – dann aus Mainz. Bei den Wahlen liegt heute unser Schwerpunkt. Nach der Wahl ist  vor der Regierungsbildung in Stuttgart und vor der Wahl  in Rheinland-Pfalz. Inzwischen hat es sich ja rumgesprochen, dass Cem Özdemir zwar gewonnen hat, nicht aber seine Partei . Grüne und Union liegen in Baden-Württemberg beide bei 30 Prozent und haben mit je 56 gleich viele Sitze im Landtag. Das ist interpretationsfähig und hat erschwerend Auswirkungen auf die Regierungsbildung. Die Kräfteverhältnisse sind ausgeglichen. Die reine Stimmenzahl spricht minimal für den realo-grünen Wunschnachfolger von Winfried Kretschmann. Der Grund für ein vergiftetes Klima liegt in der Schlussphase des Landeswahlkampfes , wenn es jetzt um die Regierungsbildung geht. Das hat inzwischen etwas mit dem persönlichen Verhältnis der beiden Spitzenkandidaten zu tun. Auslöser war das acht Jahre alte Video über Manuel Hagel mit dem Zitat von den „rehbraunen Augen“ mit millionenfachen Aufrufen, das die Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer eingespielt hat. Nach allem, was wir nicht wissen sollen, ist das in Abstimmung mit dem Spitzenkandidaten geschehen – oder auch nicht. So hat jedenfalls das schärfste Wahlkampfschwert der Grünen gezogen. Der Schachzug ist zwar aufgegangen, verheißt aber für die Neuauflage von Schwarz-Grün in Stuttgart und auch für folgende Wahlkämpfe nichts Gutes – vielleicht aber doch. In Rheinland-Pfalz, wo jetzt die Schlussphase läuft, wird man schon vorsichtiger. Übrigens: Özdemir und die Nachwuchs-Grünen-MdB Zoe Mayer müssen sich nicht nur aus der Partei gut kennen, sondern auch aus dem Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung in Berlin. Potenzial für einen Richtungsstreit bei den Grünen Dieser Vorgang und der Alleingang Özdemirs mit Plakaten ohne   Partei  könnten aber auch der Auslöser für einen fundamentalen Richtungsstreit innerhalb der Grünen werden. Erste Zeichen sind zu erkennen: Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur fährt ihre Politik auf denselben Realo-Mitte-Gleisen wie Özdemir. Davon aber will die grüne Partei-Jugend, übrigens mit Zoe Mayer, vielleicht aber auch eine Mehrheit unter den Mitgliedern wohl nichts wissen. Dafür gibt es Signale. Die Parteispitze in Berlin hat jedenfalls, nach dem was wir hören, Neubaur kurzfristig aus einem geplanten Auftritt bei Caren Miosga in der ARD ausgesteuert. Co-Parteichefin Franziska Brantner sollte die Themen um das eigene Programm des Kandidaten und dessen Nähe zum verstoßenen Boris Palmer besser im Sinne der grünen Spitze wechseln. In der Schlussphase des Landtagswahlkampfes in Baden-Württemberg ist jedenfalls auch durch den Mitte-Kurs eine Wählerbewegung pro Özdemir ausgelöst worden, die jedenfalls kaum den letzten Prognosen entsprach. Sowohl FDP als auch Linke verloren sicher geglaubte Stimmen  und sind wider Erwarten nicht ins Parlament gewählt worden. Die SPD ist dann auf ein Katastrophen-Ergebnis von 5,5 Prozent reduziert  worden. Beim Blick in die Wählerstruktur hinterlässt die Premiere, dass 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben konnten, deutliche Spuren. In dieser Gruppe liegen die Grünen mit 28 Prozent zwölf Punkte vor der CDU. Im ländlichen Raum hat die AfD stark gepunktet. Ihr Ergebnis ist gleich wohl skurril, wenn man auf das Verhalten und das Verhältnis des Spitzenkandidaten zur Parteiführung in Berlin blickt. 15 Prozent für einen Ministerpräsident-Kandidaten mit Rückfahrkarte in den Deutschen Bundestag sind schon bemerkenswert. Das muss auch die Frage danach auslösen, die Politiker eigentlich nicht stellen sollten, ich tue es aber: Was sind das für Menschen, die diese Partei wählen und dabei das Verhalten des Spitzenpersonals ignorieren? Özdemir muss liefern, was er versprochen hat Jetzt erst einmal müssen Özdemir und Hagel liefern; es sei denn, sie kommen zu dem verwegenen Schluss einer Neuwahl. Sie sollte man aber ernsthaft nicht diskutieren, obwohl das in den Hinterzimmern bei der CDU offenbar schon ein Thema ist. Zusammenraufen ist angesagt. Für Özdemir heißt das am Ende, dass er dann auch das liefern muss, was er vorher versprochen hat. Das gilt für Klima, Autos und Umwelt, eine nutzergerechte und schonende Politik im ländlichen Raum; dazu kommen andere Stichworte wie schärfere Migrationspolitik, Wirtschaftsförderung, Entbürokratisierung und Bildungsoffensive. Özdemirs Wahlkampftöne dazu entsprechen nicht in allem dem, was grüne Parteiprogrammatik ist. Dann war da noch eine Wahl in Bayern … Weil die Kommunal- und Landespolitik einfach näher an den Menschen, der Wirtschaft und den Strukturen des ländlichen Raumes  wirkt, bleiben wir bei den anderen Wahlen. In Bayern ist das alles mit riesigen Abstimmungsbögen immer etwas komplizierter, wenn es um die Bürgermeister, Landräte und Kommunalparlamente geht. Nachdem am Sonntag dort überall Stimmen abgegeben wurden, stand das Ergebnis erst am Mittwoch fest. So richtig freuen kann sich Söder nicht, obwohl seine CSU klar mit 32,5 Prozent als stärkste Partei abgeschnitten hat. Sie ist aber auf den niedrigsten Wert seit 1952 gefallen. Ein weiteres Tief verzeichnet hier die SPD (12,3), Grüne verlieren auf 13,6. Die Freien Wähler (12,1) bleiben stabil. Und auch dort freut sich die AfD über ein kräftiges Plus (12,2). Sie wurde am stärksten, wo die Struktur am schwächsten ist – etwa an der tschechischen Grenze. Zum Spendenformular Nun blicken wir weiter auf die nächste Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am nächsten Wochenende . Im Fernsehduell hat nach übereinstimmenden Bewertungen der CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder aufgeholt. So erwarten hier Beobachter das nächste Kopf-an-Kopf-Rennen. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die CDU das ungeliebte Jagdgesetz der Ampel unter Alexander Schweitzer wieder revidieren will. In der SWR-Wahlkampf-Arena war das eher kein Thema – anders als in vielen kleinen Veranstaltungen in den Weinbauregionen, in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Pfälzerwald. Das übliche Lied: In den ländlichen Regionen wohnen die meisten Menschen, in der Politik kommen ihre Themen zu kurz. 300.000 Tonnen Müll landen in der Natur Wer es noch nicht wusste, sieht es spätestens bei einem Frühjahrsspaziergang : Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft.  Ein gehöriger Teil des stetig steigenden Abfallaufkommens landet in der Natur. Etwa 300.000 Tonnen sind es in Deutschland laut einer Studie des Umweltbundesamts jedes Jahr. Natürlich gibt es das Problem auch in geschlossenen Ortschaften, in Stadtparks sowie an Grünstreifen, Straßenböschungen und Autobahnauffahrten. In erster Linie aber trifft es die offene Landschaft, also den ländlichen Raum. Für das ausgespuckte Kaugummi, die achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, liegengelassene Fast-Food-Verpackungen und Pizza-Kartons haben Abfallfachleute den englischen Begriff des „Littering“ ins Deutsche übernommen. Doch das gesellschaftliche Phänomen und Problem umfasst nicht nur diese und weitere Kleingegenstände wie Papiertaschentücher, Kaffeebecher, Plastiktüten und Bonbonpapiere. Es reicht bis zu Elektroschrott, kaputten Camping-Stühlen oder ganzen Lkw-Ladungen Bauschutt, die in der Landschaft und damit vielfach auch in Jagdrevieren landen. In einem Blog-Beitrag gehen wir in der kommenden Woche auf den sogenannten wilden Müll ein, der nicht nur unschön aussieht, sondern gravierende Umweltprobleme schafft. Zugleich würdigen wir damit das Engagement vieler Bürger – nicht zuletzt Jäger – bei gemeinschaftlichen Müllsammelaktionen in der Natur, die gerade jetzt im zeitigen Frühjahr stattfinden. Nun muss der Bundesrat noch zustimmen Noch nicht ganz erledigt ist übrigens im politischen Tagesgeschäft in Berlin die Beschlussfassung über den künftigen Umgang mit dem Wolf . Nachdem der Bundestag für seine Aufnahme in das Jagdrecht gestimmt hat, müssen noch die Bundesländer zustimmen. Die Beschlussvorlage steht für den Bundesrat Ende März auf der Tagesordnung. Dort wo Schwarzwildbestände zu den Revieren gehören, wird weiter Sensibilität gezeigt, wenn es um die ASP geht.  Nach dem ersten Fund eines infizierten Wildschweins im Juni letzten Jahres im Kreis Olpe haben das und die dann weitere Ausbreitung im Hochsauerland bei allen Betroffenen und darüber hinaus Wirkung gezeigt. Wachsamkeit bleibt weiter oberstes Gebot. Das wurde vor Ort bei einer Veranstaltung der Kreisjägerschaft mit der LJV-Präsidentin im betroffenen Raum noch einmal klar: Die Schwarzwildbestände müssen landesweit und insbesondere in der Region des ASP-Ausbruchs durch eine fortwährende, intensive Bejagung weiter ausgedünnt werden. LJV-Präsidentin Nicole Heitzig weist insbesondere darauf hin, dass gerade auch Spaziergänger und Radfahrer im Wald zur Ausbreitung beitragen können. Da fehlt offensichtlich oft einfach noch genug Verständnis in der Bevölkerung. In der Tagespresse wird sie so zitiert: „Gefahrenfaktor ist der Mensch.“ Es bleibt also dabei, dass bei drastischen Maßnahmen gegen die Tierseuche nicht nur die Jäger in der Pflicht sind. Das gebe ich Ihnen zum Wochenendgang in die Natur gern mit auf den Weg. In diesem Sinne einen angenehmen wahlfreien Sonntag Ihr Jost Springensguth Redaktionsleitung / Koordination

  • April-Jagd auf Rehwild ist umstritten

    In Bayern wird aktuell die Ausdehnung der Jagdzeit auf Rehwild diskutiert. Damit verbunden ist die Hoffnung, leichter und mehr Strecke machen zu können. Eine Studie aus Rheinland-Pfalz aber bestreitet diese Möglichkeit Foto: WFranz Am 19. März soll der Bayerische Landtag über die Änderung des Landesjagdgesetzes entscheiden. Vorgesehen ist unter anderem, mit der Rehwild-Jagd bereits am 16. April zu beginnen. Ältere Jäger erinnern sich noch an die Zeit, als die Jagd auf Böcke und Schmalrehe am 16. Mai aufging. Dann wurde der Termin auf den 1. Mai vorgezogen. 2013 war Sachsen das erste Bundesland, das Mitte April startete. Es folgten Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Inzwischen heißt es in insgesamt acht Bundesländern bereits im April „Feuer frei“, in einigen wie etwa Hessen schon ab 1. April. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gibt es ähnliche Überlegungen. Bayern ist also keineswegs alleine, sondern folgt einem Trend. Der Landesjagdverband aber hält dagegen. Er hat den vorliegenden Gesetzesentwurf für „nicht zustimmungsfähig“ erklärt. Neben seiner Sorge vor wachsender Bürokratie sieht er vor allem die geplanten Jagdzeitverlängerungen – auch für den Dachs ist eine solche vorgesehen – kritisch und wirft die Frage der Jagdethik auf. Die Jagd im April betreffe beim Rehwild die sensible Phase kurz vor dem Setzgeschäft, so die Mahnung. Als Reaktion kündigte der Verband an, in seinen offiziellen Jagdzeit-Übersichten künftig deutlich zwischen gesetzlichen Regelungen und waidmännisch vertretbaren Empfehlungen zu differenzieren. Deutlich werden soll dadurch, dass nicht jede vom Gesetzgeber eingeräumte zulässige Jagdzeit zwangsläufig übereinstimmt mit dem ethischen Selbstverständnis einer verantwortungsvollen, tierschutzgerechten Jagdausübung. Jenseits der jagdethischen Frage ist aber immer wieder auch der praktische Vorteil einer früheren Rehwild-Bejagung umstritten. Befürworter sehen darin eine notwendige Reaktion auf den Klimawandel, der unstrittig die Vegetation früher beginnen lässt. Besonders im Wald sind Rehe deshalb im Mai kaum noch zu sehen. Durch einen früheren Jagdbeginn soll daher eine effiziente Jagdphase besser ausgenutzt werden. Besonders der Forst verbindet damit vielfach die Hoffnung, auf diese Weise die Jahresjagdstrecke an Rehen unter dem Strich summarisch zu erhöhen. Außerdem sähen es viele gerne, wenn damit zugleich der Anteil der Zuwachsträger, also der weiblichen Stücke, an der Strecke gesteigert würde. Schließlich sind Schmalrehe im zeitigen Frühjahr besser anzusprechen als im weiteren Jahresverlauf. Studie bringt ernüchternde Ergebnisse Landesforsten Rheinland-Pfalz hat diese Argumente während dreier Jagdjahre ab 2020/2021 überprüft. Auf insgesamt 160.000 Hektar Staatswald wurden die Effekte bei der Einzeljagd auf Rehe ermittelt, indem die Ergebnisse mit und ohne Apriljagd verglichen wurden. Das bereits im offiziellen Mitteilungsblatt des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz veröffentlichte Ergebnis ist ernüchternd: Es lässt sich kein signifikanter Vorteil durch die Apriljagd nachweisen. Auf der Einzeljagd werden rund 70 Prozent aller Rehe erlegt. In dem dreijährigen Untersuchungszeitraum waren es 12.618 Rehe in Forstrevieren mit Apriljagd. In Forstrevieren, in denen die Jagd erst im Mai begann, kamen 16.046 Rehe zur Strecke. Die Revierleitungen stellten zudem für eine Effizienzmessung fast 207.000 Meldungen zu Ansitzaktivitäten zur Verfügung, forstrevierweise und monatsscharf. Um Langzeiteffekte zu erkennen, stellte die Regiejagdverwaltung zudem für alle Schalenwild-Erlegungen aus den vergangenen zwölf Jahren die Angaben von Ort, Zeit, Jagdart, Altersklasse und Geschlecht bereit. Die Auswertung ergab, dass der Jagderfolg im Frühjahr trotz eines von Jahr zu Jahr stark schwankenden Vegetationsbeginns kaum variierte. Es gab also keine Korrelation zwischen Jagderfolg und Vegetationsbeginn. Auch eine Auswirkung der Apriljagd auf die Höhe und Zusammensetzung der Rehwildstrecke ließ sich nicht erkennen. Der Schmalreh-Anteil lag gleichermaßen bei rund 19 Prozent. Der April erwies sich mit einer Effizienz von 21 Prozent analog zum Mai als sehr effizienter Jagdmonat. Wo es im April bereits Erlegungen gab, machten sie in den drei Versuchsjahren neun Prozent der Rehjahresstrecke aus. Diesen Vorsprung holten die „Mai-Reviere“ jedoch innerhalb des Jahres wieder auf. Jäger sind „kompensatorischer Effekt“ Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, mehr als von einer früheren Jagdzeit werde der Jagderfolg „von anderen, stabileren Faktoren beeinflusst“. Als einen dieser Faktoren sehen sie in Übereinstimmung mit einer dänischen Studie die Jäger selbst und sprechen von einem „kompensatorischen Effekt“. „Offenbar jagt man aufgrund begrenzter Ressourcen wie beispielsweise Zeit, Geld oder Lust, auch wenn mehr Jagdtage zur Verfügung stehen, nicht unbedingt mehr.“ Deshalb müsse „für eine Weiterentwicklung des Jagdmanagements das (Jagd)verhalten der Jägerinnen und Jäger mehr in den Blick genommen werden“. Die mit einer Vorverlegung des Jagdbeginns verbundenen Erwartungen seien wohl zu hoch, lautet die Bilanz. Zudem bringe eine Ausdehnung der Jagdzeit mehr Störphasen für das Wild, was mehr Wildschäden nach sich ziehen könne. Der Gedanke, dass im Gegenzug zu einem früheren Jagdbeginn auch ein früheres Ende der Jagdzeit festgelegt werden könnte, taucht hingegen nicht auf. Als Optimierungsmöglichkeiten werden vielmehr vorgeschlagen, bestehende effiziente Jagdphasen wie den September verstärkt zu nutzen und die Strecken der Drückjagden zu steigern.

  • Der Kretschmann-Klon – imitierend wie irritierend

    In Baden-Württemberg lässt sich die CDU von Cem Özdemir überrumpeln – und verspielt so leichtsinnig den sicher geglaubten Sieg. Das wird auch in die ländlichen Räume wirken Foto: Dominik Butzmann Schaut man am Morgen nach dieser absonderlichen Landtagswahl auf die Wahlkreiskarte Baden-Württembergs, wird jeder, der bis dahin noch nichts vom Ausgang des Rennens gehört hatte, nur zu einem Schluss kommen können. Der heißt: Die CDU hat die Wahl gewonnen. Und das nicht mal so knapp. Denn die Karte ist fast durchgehend schwarz gefärbt – bei den 70 Kreisen, wo die CDU-Direktkandidaten bei den Erststimmen 56 Mal vorn lagen, auch bei der erkennbaren Mehrheit der Zweitstimmen-Gebiete mit CDU-Vorsprung. Was also ist da an diesem Weltfrauentag-Sonntag im Südwesten passiert, dass die Grünen das Amt des Ministerpräsidenten allmählich als politischen Erbhof feiern können? Viel zu lange hatte in den schwarzen Reihen die überhebliche Selbstgefälligkeit in der trägen Gewissheit grassiert, allein der Abgang Winfried Kretschmanns von der politischen Landesbühne würde nach 15 Jahren reichen, die matt wie artig ertragene grüne Regentschaft zu beenden. Selbst ein unerfahrener, wenngleich mit jugendlichem Appeal auftretender Spitzenkandidat würde den Rückfall in die ein halbes Vor-Kretschmann-Jahrhundert dauernde und bis dahin für selbstverständlich gehaltene schwarze Regierungsnormalität nicht gefährden können. Pustekuchen! Denn die Grünen wollten gar nicht Grüne sein, sondern als Badener und Württemberger punkten. Mit Cem Özdemir ging, bis in den schwäbischen Dialekt hinein, imitierend wie irritierend, ein gefärbter Kretschmann-Klon ins Rennen, setzte auf seine unbestreitbar größere politische Erfahrung und einen für Manuel Hagel von Beginn an unerreichbaren Bekanntheitsgrad. Dass er sich im Schlussspurt mit Salven aus dem grünen Social-Media-Topf flankieren ließ, war der Tiefpunkt in seinem ansonsten brav geführten Wahlkampf. Von der SPD hat Özdemir siegen gelernt. 1985 erzielte diese in NRW unter Johannes Rau mit 52,1 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte, was nicht zuletzt auf die Kampagne „Wir in Nordrhein-Westfalen“ zurückging, in der die Genossen auf Plakaten ihr Parteilogo verschwiegen und so die Wahl – wie Özdemir 40 Jahre später – erfolgreich zu einer Oberbürgermeisterwahl mit vorrangig ins Zentrum gestellten Persönlichkeitsfacetten umfunktionierten. So kam es zu einem Zweikampf, in dem Hagel von Woche zu Woche seinen komfortablen Vorsprung, der zu Jahresbeginn in den Umfragen noch bei rund sieben Prozent lag, schier unaufhaltsam verspielte. Dass die SPD in diesem Zweikampf fast aus dem Landtag geflogen wäre, die FDP und die Linke es erst gar nicht schafften, darf wohl als Kollateralschaden eines Wettlaufs gewertet werden, in dem Inhalte weitestgehend keine Rolle mehr spielten, abgeschlagen in der zweiten Reihe landeten oder sich auf Seiten der CDU nur als Plus bei den Direktkandidaten niederschlugen. Özdemir gegen Hagel – so hieß das Motto. Nicht Grün gegen Schwarz. Warum auch? Seit zehn Jahren funktioniert der grün-schwarze Kretschmann -Kuschelkurs weitestgehend konfliktfrei. Dass sich unter Özdemir, dessen Fraktion trotz des hauchdünnen Prozent-Vorsprungs im neuen Landtag nur gleich groß wie die der CDU sein wird, daran etwas ändern wird, steht nicht zu vermuten. Ganz nach dem Motto des letzten deutschen Kaisers, der 1914 keine Parteien mehr kennen wollte, sondern nur Deutsche. Özdemir kennt, eine Nummer kleiner, eben nur Baden-Württemberger. Was das für die kommenden fünf Jahre bedeutet? Der hinderliche grüne Einfluss auf Prioritäten der Verkehrspolitik oder der grüne Regulierungsdrang in Sachen Wirtschaft und Landwirtschaft wird bleiben, zumal Özdemirs Fraktion in großen Teilen kaum mit den politischen Aussagen ihres künftigen Ministerpräsidenten in Einklang zu bringen sein dürfte. Das wird sich auf die Regie der grün gefärbten Politik gerade für die ländlichen Regionen und Belange auswirken.   Ob die CDU als gleichgroßer Junior da gegenhalten will, ist so klar nicht. Ob sie einen Streit um das bisher grün besetzte Amt des Landtagspräsidenten riskieren will, wenn Özdemir Ministerpräsident ist, auch nicht. Und so zieht die grün-schwarze Karawane wohl weiter konfliktscheu durch Baden-Württemberg. Mäandernd, wie überall.

  • Wechsel auf dem Land und in der Jagd

    Gedanken, Anmerkungen und Beobachtungen mit dem Blick auf den ländlichen Raum und die Bundespolitik Liebe Leserinnen und Leser, in unserem Wochenkommentar gehen wir auf die zuletzt stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel mit Blick auf den ländlichen Raum ein und wenden uns danach jagdlichen Themen zu. Stichworte sind Jagd auf Wölfe, Schonzeit-Änderungen beim Rehwild sowie die Winterfütterung von Rotwild, über die in Bayern ein heftiger Streit entbrannt ist. Ferner befassen wir uns mit der morgigen Landtagswahl in Baden-Württemberg und schauen voraus auf die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 22. März, wo die CDU für den Fall eines Wahlsiegs bekräftigt hat, das heftig umstrittene Jagdgesetz zurückzunehmen. Unser Blog beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Themen des ländlichen Raumes. Doch so ganz kommen auch wir an den kriegerischen Ereignissen am Persischen Golf nicht vorbei. Dafür sind die politischen und ökonomischen Auswirkungen zu groß. Schon jetzt spüren die Menschen an den Tankstellen, dass die Preise für Benzin und Diesel drastisch gestiegen sind. Gerade für viele Bewohner des ländlichen Raums kann dies zu einem ernsten Problem werden. Denn jenseits der Metropolen sind Menschen zwingend auf ein Auto angewiesen, um zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen und zu vielen anderen Notwendigkeiten des täglichen Lebens zu kommen. Der von Berliner Politikern so gern gepriesene öffentliche Nahverkehr mag in Hamburg, Düsseldorf oder München eine praktikable Alternative sein. In den Dörfern und kleinen Städten der großen Flächenländer stehen solche Möglichkeiten leider kaum oder gar nicht in angemessener Form bereit. Deshalb ist der Preis für Benzin und Diesel gerade „auf dem Land“ politisch so brisant. Kein Wunder also, dass Politiker und Verbraucher auf die jüngsten Preissprünge mit Argusaugen schauen. Geht hier alles mit rechten Dingen zu oder wollen einige Konzerne die vermeintlich günstige Gelegenheit nutzen, um sich unangemessene Zusatzgewinne zu verschaffen? Abzocke an den Zapfsäulen? Abzocke an den Zapfsäulen wäre gerade vor den wichtigen Landtags- und Kommunalwahlen in diesem Jahr politischer Sprengstoff. Zu Recht haben daher die Bundesminister für Finanzen sowie Wirtschaft jetzt schnell reagiert und eine gründliche Überprüfung des Preisgebarens durch das Bundeskartellamt angekündigt. Gleichwohl sollte sich niemand allzu große Hoffnung machen. Wenn der Krieg am Golf nicht in absehbarer Zeit beendet wird, dürften die Energiemärkte in Turbulenzen  bleiben, was auch vielen landwirtschaftlichen Betrieben große Probleme bereiten dürfte. Erfreulich ist dagegen die Nachricht aus Berlin, dass der Bundestag endlich die Jagd auf Wölfe erlaubt  hat. Vor allem Problemwölfe, die Nutztiere gerissen haben, werden so leichter erlegt werden können. In Deutschland wurden zuletzt nach Behördenangaben mehr als 1.600 Wölfe gezählt, vor allem im Norden der Republik. Die Bundesländer sollen deshalb die Jagd in jenen Regionen erlauben dürfen, wo der langfristige Fortbestand von Wölfen gesichert sein dürfte. Als Jagdzeitraum ist dann der 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen. Außerdem hat der Bundestag beschlossen, dass Wölfe unabhängig von Erhaltungszustand und Jagdzeit erlegt werden dürfen, wenn sie Weidetiere getötet oder verletzt haben. Während der Deutsche Jagdverband (DJV) die Regelung begrüßt, ruft der Naturschutzbund Nabu die Bundesländer auf, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen. Man kann nur hoffen, dass dieser Appell der Artenschützer in der Länderkammer ohne Wirkung bleibt. Frühere Jagd auf Rehwild sinnvoll? Derweil ist in der Natur bereits der Frühling zu erahnen. Mit der Sonne lässt sich auch das Rehwild wieder mehr in der Feldflur sehen. Wenn der bayerische Landtag das neue Jagdgesetz wie vorgesehen am 19. März verabschiedet, wird unsere kleinste Hirschart im südlichsten Bundesland schon knapp einen Monat später bejagt werden können. Wie in etlichen anderen Bundesländern  soll die Schonzeit auch in Bayern früher enden.  Damit verbunden ist die Hoffnung auf höhere Strecken und einen größeren Anteil weiblichen Wildes daran. Der Landesjagdverband sieht die Reaktion auf den immer früheren Vegetationsbeginn mit Hinweis auf jagdethische Aspekte kritisch. In einem Blog-Beitrag wird unser Autor Christoph Boll in der kommenden Woche darauf eingehen und über eine Studie aus den Landesforsten Rheinland-Pfalz berichten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die April-Jagd auf Rehe unter dem Strich nichts bringt.  Die Höhe der Jahresstrecke und deren Zusammensetzung nach Geschlechtern nämlich ändere sich nicht. Die Autoren folgern, der Jagderfolg werde „von anderen, stabileren Faktoren beeinflusst“ . Einer dieser Faktoren seien die Jäger selbst als „ kompensatorischer Effekt “. „Offenbar jagt man aufgrund begrenzter Ressourcen wie beispielsweise Zeit, Geld oder Lust, auch wenn mehr Jagdtage zur Verfügung stehen, nicht unbedingt mehr.“ Deshalb müsse „für eine Weiterentwicklung des Jagdmanagements das (Jagd)verhalten der Jägerinnen und Jäger mehr in den Blick genommen werden“, lautet das Fazit. Noch ein kleiner Hinweis: Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) fördert auch dieses Jahr wieder die Anschaffung von Drohnen zur Rehkitzrettung . 2,1 Millionen Euro stehen hierfür zur Verfügung . Drohnen mit Wärmebildtechnik stellen aktuell die effektivste und zeitsparendste Möglichkeit zur Wildtierrettung dar. Streit um die „Könige der Wälder“   Zu den besonders eindrucksvollen Wildtieren in Deutschland gehört zweifelsohne das Rotwild. Hirsche können eine Schulterhöhe von 1,60 Meter erreichen und vier bis fünf Zentner wiegen. In Bayern ist nun ein heftiger Streit über die Winterfütterung dieser „Könige der Wälder“ entbrannt. Der stellvertretende Ministerpräsident und für die Jagd zuständige Minister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern, der selbst leidenschaftlicher Jäger ist, möchte, dass vom 1. November bis Ende April die Winterfütterung „ordnungsgemäß ist und nicht infrage gestellt werden kann“. Die entsprechende Verordnung soll ab dem nächsten Winter gelten. Zum Spendenformular Hintergrund ist ein Streit in einem Jagdrevier am Tegernsee. Dort gibt es nach Überzeugung einiger Waldbesitzer viel zu viel Rotwild. Die Fraßschäden an den Wäldern hätten ein nicht länger hinnehmbares Ausmaß erreicht. Im Rottach-Egener Jagdrevier wurde deshalb die Winterfütterung eingestellt und eine scharfe Jagd ausgerufen. Minister Aiwanger kritisierte den Vorgang laut Süddeutscher Zeitung als „beschämend und peinlich“. In Rottach-Egern „fehle offenbar der gesunde Menschenverstand, so zu handeln, wie es Natur und Tierwelt erfordern“.  Aiwanger lässt deshalb ein Fütterungskonzept vorbereiten, das in der Notzeit funktioniert – und zwar überall in den bayerischen Bergen. Rotwild zieht seit Jahrhunderten von dort in flachere Gebiete, was jedoch für die Tiere wegen zunehmender Zersiedlung immer schwieriger wird. Deshalb muss im Winter zugefüttert werden, so die Meinung von Jägern. Auch Minister Aiwanger sieht es so: „ Entweder wir wollen das Rotwild im Berg erhalten, dann müssen wir es vernünftig futtern. Oder wir müssen es eliminieren – dann müssen wir ihm das Futter entziehen.“ Spannung vor Landtagswahl Zurück zur Politik. Gespannt blicken Politiker und Bürger auf die an diesem Sonntag stattfindenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Nach letzten Umfragen liefern sich CDU und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins und damit den Anspruch, den künftigen Ministerpräsidenten zu stellen. Unser Autor Wolfgang Molitor wird den Ausgang der Wahl in Baden-Württemberg kommende Woche mit Blick auf den ländlichen Raum näher beleuchten. Das Stuttgarter Wahlergebnis könnte auch die Stimmung und damit Kompromissbereitschaft innerhalb der Berliner Koalition beeinflussen, zumal schon am 22. März in Rheinland-Pfalz erneut eine wichtige Landtagswahl stattfindet. Dort hatte unter anderem die Verabschiedung eines neuen Jagdgesetzes für großen Unmut gesorgt. Während die Mainzer Ampelparteien an dem von ihnen verabschiedeten Gesetz festhalten wollen, hat die rheinland-pfälzische CDU in den Wahlprüfsteinen des Landesjagdverbands (LJV) noch einmal bekräftigt, dass sie das Gesetz zurücknehmen wird, wenn sie den Ministerpräsidenten stellt. Die entscheidende Passage der Stellungnahme der CDU, die in der Märzausgabe der LJV-Verbandszeitschrift „Jagd und Jäger“ veröffentlicht, wurde, lautet:  „Für die CDU Rheinland-Pfalz war und ist klar: Das Landesjagdgesetz wurde ohne Rücksicht auf Praktikabilität und Akzeptanz und entgegen den Warnungen und Protesten aus der Jägerschaft von der Ampelregierung durchgesetzt und ist in der jetzigen Form nicht praktikabel. Das Wildtiermanagement muss sich an regionalen Gegebenheiten orientieren, nicht an ideologischen Vorgaben. Wir werden das Gesetz deshalb im engen Austausch mit der Jägerschaft korrigieren, ideologisch motivierte Regelungen und Entscheidungen zurücknehmen oder entsprechend anpassen und die berechtigten Interessen aller Akteure zusammenbringen.“ An dieser Festlegung wird sich die CDU im Falle eines Wahlsiegs messen lassen müssen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen gelungenen Start in eine für Sie positive Woche. Mit besten Grüßen Ihr Jürgen Wermser Koordination/Redaktionsleitung

  • Die Zuckersteuer vom „grünen Daniel“

    Die umstrittene Zuckersteuer ist für die CDU ein neues Thema. Ministerpräsident Günther will sie nach dem Scheitern seines Antrags auf dem Parteitag nun über den Bundesrat weiter auf den Weg bringen und irritiert die eher nahestehende Klientel auf dem Lande Foto: HansMartinPaul „Der grüne Daniel“. Oder: „Genosse Günther“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther weicht schon gern mal von der Linie seiner Bundespartei ab. Raus aus der konservativen Unions-Ecke, rein in die alternative rot-grüne Bevormundungsstrategie? Der Kollege im Norden ist auch bereits ein gepflegtes Thema des CSU-Vorsitzenden und Regierungschefs in Bayern, Markus Söder. Was dem Kieler CDU-Ministerpräsidenten auf Bundesebene seiner Partei auch deutliche Kritik einbringt. Sein jüngster Vorstoß zur Einführung einer Zuckersteuer auf Getränke hat auf dem Bundesparteitag in Stuttgart zwar keine Mehrheit gefunden. Günther aber bleibt am Thema. Das führt auch zu Irritationen der CDU-Stammklientel, die mit der Ernährungsproduktion überwiegend auf dem Lande zu verorten ist. Der schleswig-holsteinische Parteichef, Ehemann einer Kinderärztin, will weiter eine Bundesratsinitiative initiieren, um doch noch den Beschluss seiner Landespartei für die Einführung der Abgabe umzusetzen. Sein grüner Koalitionspartner im Kieler Landtag unterstützt Günthers Zuckersteuer-Plan. In seiner eigenen Bundespartei aber zettelt der Ministerpräsident aus dem Norden Unfrieden an. Auch mit der CSU. Günthers bayerischer Kollege Markus Söder, ohnehin nicht sein Freund, schäumt vor Wut und spricht vom „grünen Daniel“. Womit Söder nicht ganz falsch liegt. Zumindest die von SPD und Grünen geführten Länder sympathisieren mit Günthers Vorhaben. Mit Mehrheitsunterstützung im Landtag Es ist nicht auszuschließen, dass sich in der Länderkammer eine Mehrheit für die Zuckersteuer finden lässt. Und es gibt Rückenwind, belegt doch eine neue Umfrage, dass eine Mehrheit der Deutschen die Einführung dieser „süßen“ Steuer begrüßt. Einen Erfolg verbuchte Günther am Ende der letzten Woche im Kieler Landtag. Eine Mehrheit unterstützt die Einführung einer Altersgrenze von 16 Jahren beim Kauf von Energy-Drinks. CDU, Grüne und SSW stimmten für den Antrag. SPD und FDP enthielten sich. Auch dieses Vorhaben will der „CDU-Rebell“ in den Bundesrat einbringen. Zum Leidwesen der Bundespartei, die dem Antrag mehrheitlich ablehnend gegenübersteht. Selbst in der Berliner schwarz-roten Koalition gibt es offenbar keine Mehrheit für Günthers Pläne mit der Zuckersteuer und den Energy-Getränken. Insofern trägt Günther dazu bei, den Koalitionsfrieden erneut auf eine harte Probe zu stellen. Ein großer Teil der Unions-Abgeordneten bezeichnet die Steuer als „grüne Bevormundungspolitik“. So weit der „grüne Günther“. Der „Genosse Günther“ wurde wieder aus der Schublade geholt, als der Kieler Ministerpräsident auf dem Bundesparteitag von „Marktversagen“ sprach und dafür warb, dass „Gewinne nicht privatisiert und Kosten sozialisiert werden“. Was zu Kopfschütteln und Unverständnis bei großen Teilen der Unionsvertreter geführt hat. Lebensmittelverbände: „Kein echter Norden ohne Zucker“ Daneben legt er sich übrigens auch mit einem alten Rivalen im Lande an: Christian von Boetticher ist Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), die im Norden mit einer Anzeigenkampagne gegen die Zuckersteuer zu Felde zieht: „Kein echter Norden ohne Zucker“ . Mit der Initiative reagieren die Verbände der Lebensmittelwirtschaft auf aktuelle politische Vorschläge der schwarz-grünen Landesregierung in Schleswig-Holstein zur Einführung einer Zuckersteuer. In der Münchner Runde des Bayerischen Rundfunks hielt der Vorsitzende des BVE zusammen mit Hubert Aiwanger unter anderem gegen Renate Künast dagegen, als es um Zucker- und Fleischkonsum ging. Von Boetticher sagte, dass junge Menschen heute viel stärker auf die Ernährung als noch Ende der 80er Jahre achten würden. Sorgen um die Umsätze macht sich seine Branche aber nicht: „Die Ernährungsindustrie ist da total relaxed. Wir folgen dem Verbraucher.“

  • Zweifelhafter Einfluss der Influencer

    Auch Jagd wird in den sozialen Netzwerken längst gewerblich vermarktet. Das polarisiert nicht nur, sondern geschieht oft genug mit mehr als zweifelhaften Inhalten. So entsteht vielfach auch ein fatales Bild vom Waidwerk Symbolbild: ChatGPT Influencer – manche halten das inzwischen für einen Beruf. Um ihn auszuüben, muss man nichts gelernt haben. Auf dem Feld der Jagd reicht als einzige Expertise die bestandene Jägerprüfung. Meistens kommt noch eine gewisse Schießfertigkeit hinzu, was aber nicht zwingend ausschließlich jagdliche Qualifikation ist. Schließlich lässt sich das Treffvermögen am Schießstand auf der Kirmes ebenso gut dokumentieren wie auf Facebook, YouTube, TikTok und Instagram. Weit darüber hinaus reicht die Sach- und Fachkenntnis derjenigen, die angeblich die Jagd auf zeitgenössische, moderne Weise darstellen möchten, auch nicht hinaus. Journalistische Kompetenz ist Fehlanzeige und Revierarbeiten, Wildbretverarbeitung und jagdliches Brauchtum spielen in den einschlägigen Filmen so gut wie keine Rolle. Mit dem Handwerk der Jagd haben sie daher wenig bis nichts zu tun. Waidwerk wird reduziert auf die Frage „How to kill Bill“ (Wie ich Bill töte). Wobei Bill hier als Synonym für jede mögliche Wildart gilt. Auf die Spitze getrieben wurde das schon vor gut anderthalb Jahrzehnten in den legendären „Schwarzwildfieber“-Filmen. Im Minutentakt ließ Franz-Albrecht Oettingen-Spielberg die Sauen rollieren. Er wurde zum Idol einer großen Fangemeinde, während Kritiker derartige Filme seither als Jagdpornos bezeichnen. Fehlender Kugelfang und die Unmöglichkeit, das auf der Drückjagd anwechselnde Reh als Bock oder Ricke anzusprechen, spielen allzu oft längst keine Rolle mehr. Hauptsache, es knallt. Geändert hat sich seither nur, dass Oettingen-Spielberg von den zweifelhaften cineastischen Werken nicht leben wollte und es wirtschaftlich schon gar nicht musste. Ganz anders vielfach die heutigen Protagonisten, meist junge Männer. So wie die Jagd insgesamt immer weiblicher wird, finden sich im Metier zunehmend aber auch mehr junge Frauen, neudeutsch als Huntresses bezeichnet. Vorwurf der Schleichwerbung Allen gemeinsam ist die oft peinliche Art und Weise, mit der auch für den größten Schrott geworben wird. Offensiv geschieht das selten. In einer Mischung aus Eitelkeit und Egoismus werden Hersteller-Namen auffällig platziert und die Kamera schwenkt wie zufällig über Waffen, Munitionsverpackungen, Optik, Bekleidung und andere Ausrüstung. Nicht umsonst wird den Influencern immer wieder die Verbreitung von Schleichwerbung vorgeworfen. Die Wirtschaft hat das Influencer-Wesen schon vor fast 20 Jahren als Marketing-Instrument entdeckt. Personen mit möglichst großer Präsenz und Reichweite in den sozialen Medien sollen als Markenbotschafter dienen und den Absatz steigern. Dieser Ansatz folgt den Ergebnissen mehrerer Studien, die belegen, dass durch das gezielte Ansprechen und Instrumentalisieren einflussreicher Einzelpersonen ein breiteres Publikum erreicht wird als mit herkömmlichen, weit und beliebig gestreuten Werbemaßnahmen. Der Maßstab für den Wert des Influencers (Einflüsterers) als Multiplikator und Meinungsführer der jungen Generation ist deshalb die Zahl seiner Freunde, also der Follower, die mit ihm in den sozialen Medien vernetzt sind. Um die hochzuschrauben, braucht es eine möglichst große Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit entscheidet Wie es um die manchmal bestellt ist und wie schnell sie zerstört ist, hat in den vergangenen Wochen ein Fall gezeigt, der in den einschlägigen Kreisen hohe Wellen schlug und Hunde- und Jagdverbände zu Stellungnahmen veranlasste. Ein junger Mann hatte einen Film veröffentlicht von einer der letzten Drückjagden der Saison. Seinen Angaben nach kam zu ihm ein Hund, der „immer wieder rumgekläfft“ und sich auch nicht entfernt habe, nachdem er ihn angerüdet habe, „er soll sich hier vom Acker machen“, und er „ihn getreten“ habe. Letztlich bleibt der Hund, auch nachdem der Jäger ihn ein Stück weggetragen hat – schließlich habe der Vierbeiner sich in seiner Schussschneise befunden –, etwa 2,5 Stunden bei eisigen Temperaturen auf dem Boden und zeitweise in einer Pfütze liegen. Der Filmer spricht von einer „Vollkatastrophe“ und dem „schlechtesten Jagdhund der Welt“. Wie es um seinen menschlichen Charakter und seine jagdliche Expertise bestellt ist, erfährt der Influencer in den mannigfachen Reaktionen, die auch von Jagd- und Hundeverbänden kommen. Die zitierfähigen reichen vom Vorwurf der Ignoranz und Überheblichkeit, eines egoistischen, unentschuldbaren Verhaltens sowie eines Verstoßes gegen den Tierschutz bis zu der Feststellung, es gebe einfach zu viele „Möchtegern-Jäger“, denen es ausschließlich darum gehe, Beute zu machen. Ein Kommentator wertet den Film als Beispiel dafür, „wie schnell das mit Influencern nach hinten losgehen kann und wozu offenbar das Streben nach ‚Klickzahlen‘ führt“. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), wertet den Vorfall als Beleg dafür, dass für die Jagd in Deutschland die Frage nach ihren ethischen Grundsätzen einer „selbstkritischen Überprüfung“ bedarf. Präsidentin des LJV NRW bezieht Stellung Die Präsidentin des Landesjagdverbandes NRW, Nicole Heitzig, greift dieses Thema ebenfalls aus gegebenem Anlass in der aktuellen Ausgabe der LJV-Zeitschrift Rheinisch-Westfälischer Jäger auf. Zum Teil anonym produzierte Videos, die das waidgerechte Verhalten der Jägerschaft pauschal infrage stellen, rückten nach ihren Worten besonders junge Jägerinnen und Jäger in ein falsches Licht. Sie ruft daher dringend dazu auf, der Jagd schädliche Videos nicht zu teilen. Im Zweifel könnte auch vom Verband geprüft werden, ob in solchen Fällen mögliche rechtliche Schritte einzuleiten seien. Sie kündigt außerdem an, die Themen Ethik bei und nach der Jagd, Waidgerechtigkeit, Umgang mit erlegtem Wild, Verstöße gegen Sicherheitsregeln, Einsatz von Nachtziel- und Drohnentechnik sowie den Umgang mit Inhalten in sozialen Medien zum Anlass zu nehmen, entsprechende Handlungsempfehlungen weiterzuentwickeln. Heitzig ruft die Jägerschaft zu einer freiwilligen Selbstkontrolle mit der Frage auf, „ob ich Inhalte weiterleite, wenn in Videos fragwürdiger Herkunft erkennbar ist, einzelnen Personen oder der Jagd insgesamt zu schaden“.

  • Unsere Kolumne zu Politik, ländlichem Raum und Jagd: Kanzler gestärkt – Jagdgesetz auf dem Wege

    Liebe Leserin, lieber Leser, die CDU hat ihren Vorsitzenden durch das 91,7-Prozent-Votum mit gestärktem Rücken von Stuttgart nach Berlin zurückgeschickt. Jetzt bleibt abzuwarten, ob das in der Koalition zu inhaltlichen Gewichtsverschiebungen führt. Während sich der Kanzler danach in China erst einmal weiter um Äußeres gekümmert hat, standen in Berlin vor allem im Bundestag weiter innere Reformvorhaben auf der Tagesordnung. Dazu gehört der von den Fraktionsspitzen der Koalition verkündete Abschied vom Heizungsgesetz und der Ersatz durch das noch nicht ausformulierte „Gebäudemodernisierungsgesetz“. Jetzt streiten sich die Geister – nur andersherum. Damals schäumten die Schwarzen, heute die Grünen. Das gilt auch für Reformvorhaben des Jagdgesetzes mit Aufnahme des Wolfes. Der ersten Lesung folgte die Verbändeanhörung mit üblichen Beratungen im Fachausschuss. Jetzt geht es wohl schnell weiter mit den beiden abschließenden Parlamentsberatungen und dem Beschluss der Länderkammer noch vor Ostern. Für Klingbeil und Söder hat das nicht gegolten, was bei der CDU lange Tradition hat und das Magazin „Focus“ mit Rückblick auf die Stuttgarter Wiederwahl von Friedrich Merz so formulierte: „Natürlich sind solche Parteitage immer Festivals mehr oder weniger inszenierter Geschlossenheit.“ Sei es drum: Friedrich Merz kann und soll so weitermachen. Geplante Veränderungen fallen in allem vielleicht nicht so aus, wie er es in seiner Zeit als Oppositionsführer formuliert hat. Sie sind aber so zu erwarten, wie es mit Bas, Klingbeil und Söder machbar ist. Parteiwünsche werden bei der Notwendigkeit von Kompromissen nun einmal nicht Koalitionswirklichkeit. Besondere Ratschläge kommen inzwischen sogar von Christian Lindner, der im bereits zitierten Magazin nun als Gastkommentator wieder aufgetaucht ist. Er sekundierte in dieser Woche bei seiner offensichtlich aufgegebenen politischen Enthaltsamkeit: „Führung nach außen funktioniert nur, wenn sie von Stärke nach innen getragen wird.“ Dem Bundeskanzler attestierte er das, was ihm offensichtlich bei Scholz fehlte. Deutschland führe jetzt außenpolitisch entschlossener, nur innenpolitisch fehle es an vielem – vor allem am Willen zur Erneuerung. Wer Reformen ankündige, müsse bereit sein, Konflikte in der Koalition auszuhalten. Das hat Lindner allerdings mit der FDP versucht und seinem Nachfolger damit nicht gerade geordnete Verhältnisse hinterlassen. Mal sehen, was nach den Wahlen in Stuttgart und Mainz weiter aus den Liberalen wird. Sie sollten weiter eine gewichtige Stimme in der politischen Mitte bleiben, zu deren staatstragendem Erhalt sich Union und SPD bei all ihren Gegensätzen zusammengerauft haben. Nach jüngsten Prognosen vor der Wahl in Baden-Württemberg am nächsten Sonntag sind die Liberalen mit sechs Prozent wieder da. An der Spitze wird es nach der aktuellen ARD-Wahlstudie zwischen Manuel Hagel und Cem Özdemir mit 28 Prozent für die CDU und 27 für die Grünen immer enger. Wie geht es in Berlin weiter? In der Hauptstadt gibt es kleinere, bereits in der Gesetzgebung laufende Reformvorhaben, wozu unter anderem auch das gerade beschlossene Tariftreuegesetz und auch das laufende Verfahren zur Novelle des Bundesjagdgesetzes mit der Aufnahme des Wolfes als jagdbare Tierart gehören. Weiter im Fokus bleiben danach zentrale Reformen, bei denen sich aktuell der gesellschaftliche und politische Druck geradezu dramatisch erhöht. Das sind bekanntlich die Sozialgesetze, wo an allen Ecken und Enden das Geld bei sicheren demografischen Hochrechnungen einfach nicht reichen wird. Oder einfacher ausgedrückt: Wie finanzieren wir Gesundheit/Pflege und vor allem die Altersversorgung, wenn immer mehr Menschen älter werden und versorgt sein wollen? Und Jüngere nicht so nachwachsen, dass sie den Generationenvertrag noch erfüllen können. Daraus brechen die Konflikte auf, die Merz erst einmal als Parteivorsitzender mit seiner Jungen Union lösen muss. Aufnahme des Wolfes in der Verbändeanhörung Bleiben wir bei den laufenden Verfahren im Bundestag. Vor die Beschlussfassung eines Gesetzes gehört die sogenannte Verbändeanhörung . Da prallen in der Praxis oft mehr Gegensätze aufeinander, als sie im Tagesgeschäft schon unter den Parteien wahrzunehmen sind. Das ist gerade bei einem Thema der Fall, auf das wir schon seit Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit blicken: Es ist der Umgang mit dem Wolf. Dieses sagenumwobene Beutetier wird mit seinem Wiederauftauchen in der Natur zum einen im abseits der Jagd organisierten Naturschutz von einer besonderen Willkommenskultur begleitet. Andererseits hat der Wolf aber unter den Landnutzern bei seiner praktisch geschützten und damit uneingeschränkten Population in den letzten Jahren zunehmend Sorgen und Ängste ausgelöst. Es geht nicht nur um sogenannte „Problemwölfe“, sondern um eine Gesamtlösung mit regulierender Entwicklung, wie es sie auch für andere Wildtiere in der gesamten Jagdgesetzgebung auf Bundes- und Landesebene in bewährter Form gibt. Im Kern geht es um ein in Gesellschaft und Politik seit langem heftig umstrittenes und von uns oft behandeltes Thema (siehe beispielsweise hier , hier und hier ). Vor zehn Jahren 40 Wölfe und jetzt weit über 4000   Zur Erinnerung: Das Tier galt bei uns einmal als ausgerottet. Der letzte freilebende Wolf in Deutschland vor der Wiederbesiedlung wurde offiziell am 27. Februar 1904 bei Sabrodt in der Lausitz (Sachsen) erlegt, bekannt als „Tiger von Sabrodt“ . Nach Wiederauftauchen dieser hier seitdem lange als nicht mehr existierend geltenden Beutetierart wurden vor etwa zehn Jahren wieder 40 Wölfe offiziell registriert. Das Bundesamt für Naturschutz hat dann aktuell im Monitoring-Jahr 2024/2025 immerhin 219 Wolfsrudel, 43 Wolfs-Paare und 14 sesshafte Einzelwölfe in Deutschland bestätigt. Damit wurden frühe Prognosen Realität, wonach es praktisch zu einer explodierenden Population kommen musste, wenn natürliche Feinde fehlen und der Mensch selbst für einen höchsten Schutzstatus sorgt. Zum Spendenformular Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat inzwischen festgestellt, in welchem Ausmaße ungeschützte Weidetiere durch den Wolf gefährdet sind. Bereits im vorletzten Jahr wurden 1100 Übergriffe auf überwiegend Schafe und Ziegen registriert. Die Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen in Deutschland beliefen sich bereits im selben Jahr auf 23,4 Millionen € und es wurden 780.400 € an Ausgleichszahlungen geleistet. Daneben sind in den letzten Jahren zunehmend durch die Meldung von „Wolfsereignissen“  Leid von Tieren und Herden sowie emotionale und wirtschaftliche Schäden der Halter ins Bewusstsein gerückt. Die Jagd kommt mit dem Gesetzentwurf ins Spiel. Sie ist trotz aller gezeigter Zurückhaltung nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Dazu noch ein paar persönliche Bemerkungen am Rande: Ziel der Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz ist es, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern, also Schäden an Nutztieren wie Schafen, Ziegen, Rindern und auch Pferden zu verringern und die Ausbreitung zu regulieren. Das liest sich anders als eine Formulierung wie etwa die des Nabu anlässlich der Vorlage des Referentenentwurfes: „Die Bundesregierung will den Wolf ins Bundesjagdrecht aufnehmen – und damit eine anlasslose Jagd ermöglichen.“  Solchen Formulierungen ist zu entnehmen, wie das Thema offensichtlich emotionalisiert wird, um letztlich die Aufnahme ins Jagdrecht zu verhindern. Die Kritiker fordern einen „besseren Herdenschutz statt Abschüsse“. Wie das nach den bisherigen Erfahrungen gehen und auf Dauer finanziert werden soll, bleibt in dieser Argumentationslinie offen. In den Hintergrund gerückt wird das „Bestandsmanagement“ . Das ist ein Begriff, der auch bei anderen Arten für die Erhaltung gilt. Der Präsident des DJV, Helmut Dammann-Tamke, hat in der Anhörung deutlich gemacht: Die geplante Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht sorge für den rechtlichen Rahmen, um Konflikte künftig besser zu lösen. Artenschutz, Weidetierschutz und dauerhafte Akzeptanz des Raubtiers im ländlichen Raum würden so in Einklang gebracht. Die geplante Jagdzeit von Juli bis Oktober werde an wildbiologischen Erkenntnissen orientiert und ausschließlich auf Jungwölfe beschränkt – im Gegensatz zu pauschalen Abschussquoten in anderen europäischen Ländern. Dadurch werde das Wachstum des Wolfsbestandes in Deutschland verlangsamt und gleichzeitig der günstige Erhaltungszustand der Population ebenso gewahrt wie die Sozialstruktur im Rudel. Er verwies darauf, dass ein Wolfsmanagement ohne Akzeptanz im ländlichen Raum langfristig scheitern  würde. Eine Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung unterstütze übrigens die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht. „Jägerinnen und Jäger verstehen sich als ausgebildete Naturschützer mit staatlicher Prüfung, die Verantwortung für Arten- und Lebensraumschutz übernehmen – auch beim Wolf.“  Das hört sich anders an als „anlasslose Jagd“ … Es kommt auf die Glaubwürdigkeit an In der nächsten Woche werfen wir in unserem Blog einen Blick auf die sozialen Netzwerke , in denen auch wir übrigens eine Rolle spielen. Allerdings machen wir das werbefrei und verstehen das als Werbung für Fakten und Zusammenhänge. Dabei wird in anderen Mobil-Medien die Jagd in den sozialen Netzwerken längst gewerblich vermarktet. Das polarisiert nicht nur, sondern geschieht oft genug mit mehr als zweifelhaften Inhalten. So entsteht in einer Reihe von Fällen ein fatales Bild vom Waidwerk. Influencer, deren einzige Expertise die bestandene Jägerprüfung und eine gewisse Schießfertigkeit ist, verbreiten vielfach den Eindruck, es gehe allein ums Beutemachen. Revierarbeiten, Wildbretverarbeitung und jagdliches Brauchtum spielen in den einschlägigen Filmen so gut wie keine Rolle. Stattdessen werden Hersteller-Namen auffällig platziert und die Kamera schwenkt wie zufällig über Waffen, Munitionsverpackungen, Optik, Bekleidung und andere Ausrüstung. Nicht umsonst wird den Influencern und Influencerinnen immer wieder die Verbreitung von Schleichwerbung vorgeworfen. Wenn sie gleichwohl für die Wirtschaft als Markenbotschafter fungieren sollen, brauchen sie Glaubwürdigkeit. Wie schnell sie zerstört ist, wird unser Autor Christoph Boll unter anderem in seinem Blog-Beitrag aufzeigen, der zu diesem Thema am Dienstag erscheint. Hinter uns liegen die ersten frühlingshaften Tage mit den ersten Zeichen für das Aufwachen der Natur. Ich wünsche, dass sich diese Stimmung auch auf das Wochenende ausdehnt und Sie das im Freien genießen können. So verbleibe ich für heute Ihr Jost Springensguth Redaktionsleitung / Koordination

  • Open Data für das Land

    Hochwertige Daten sind ein Treibstoff. Von ihnen könnten die Menschen auf dem Land stärker als bisher profitieren. „Land.OpenData“ unterstützt wegweisende Projekte. „Govdata.de“ lässt sogar bereits erfasste Jagdbezirke einsehen Foto: ChatGPT Mit 2,6 Millionen Euro stärkt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in diesem Jahr die digitale Zukunft ländlicher Kommunen. Im Rainer-Ministerium weiß man seit langem, dass ohne die Digitalisierung die ländlichen Räume sonst dauerhaft das Nachsehen haben werden. Gezielt unterstützt werden die sogenannte Interoperabilität und die immer wichtiger werdende öffentliche Nutzung der grundlegenden Daten in kleinen Städten und Gemeinden. Mit Interoperabilität wird die Fähigkeit verschiedener IT-Systeme, Anwendungen oder Organisationen bezeichnet, nahtlos und sicher miteinander zu kommunizieren, Daten auszutauschen und die Informationen gemeinsam zu nutzen. Dank der Fördermittel aus dem Landwirtschafts- und Heimatministerium kann zum Beispiel der Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in den kommenden Jahren seine Rettungsdienstdaten mit den komplexen Planungs- und Analysesystemen des örtlichen Gesundheitsamtes verknüpfen. Die Gesundheitsversorgung in der Region soll eine faktenbasierte Grundlage erhalten. Mehr wissen, um besser zu entscheiden. Öffentlich zugängig und unerschöpflich Daten sind heute eine unerschöpfliche und in zahlreichen Fällen auch öffentlich zugängliche Quelle. Deutschland verfügt mit der Website „ Govdata.de “ seit Jahren über ein nationales Metadaten-Portal, in dem man aktuell schon über 148.000 Datensätze verschiedener Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen findet. Und jeden Tag werden neue Dateien und Tabellen bereitgestellt. Wer wissen will, wo die WLAN-Hotspots in Erkrath bei Düsseldorf liegen, wird in diesem Datentopf ebenso fündig wie jemand, der die Jagdbezirke im Kreis Recklinghausen einsehen möchte. Unzählige Behördendaten sind dort gesammelt. Ohne grundlegende technische Kenntnisse und Hintergrundwissen sind sie allerdings kaum verwertbar. Oft handelt es sich um Rohmaterial für Experten aus Verwaltungen, der Politik oder der Wirtschaft. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland (Stand 2025) bei der Open-Data-Reife auf dem 16. Platz. Otto Normalverbraucher dürfte mehr darauf schauen, ob ihm Daten im privaten Alltag helfen. Zum Beispiel bei einem Ortswechsel mit der Familie. Was zeichnet den neuen Wohnort aus? Wo befinden sich Schulen, Kindergärten und andere wichtige Einrichtungen? Wie sieht der Immobilienmarkt aus? Es ist in solch einem Fall sinnvoller, verlässliche Daten zu nutzen, als sich auf Meinungen, Empfehlungen oder sein Baugefühl zu verlassen. Hier setzt auch der Ideenwettbewerb „Land.OpenData“ an. Mit den Fördergeldern soll die digitale Zukunftsfähigkeit ländlicher Kommunen gestärkt werden. Ziel ist es, offene lokale und regionale Verwaltungsdaten überhaupt nutzbar zu machen und damit die digitale Daseinsvorsorge sowie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Erste geförderte Projekte In diesem Jahr werden beim Wettbewerb acht kommunale Projekte aus sieben Bundesländern gefördert. So kann jetzt zum Beispiel die kleine Gemeinde Dörentrup in Nordrhein-Westfalen ein Umsetzungskonzept für den Aufbau einer offenen und strukturierten Datenablage erarbeiten. Bislang sind die Daten zum Gemeindegebiet analog und digital bei unterschiedlichen Fachstellen, Mitarbeitern und Institutionen zu finden. Eine ganzheitliche Übersicht fehlt. Am Ende soll das Datenwissen allen 8000 Menschen in der Gemeinde helfen. Einen ähnlichen Weg beschreitet auch der Wetteraukreis in Hessen. Hier soll das Open-Data-Projekt zeigen, welche Beteiligungsmöglichkeiten für die Bewohner existieren und welche Funktionen nötig sind, um Daten spannend und anschaulich zur Verfügung zu stellen. Alle acht Förderprojekte haben gemein, dass sie fachlich begleitet werden und bestenfalls Vorbildcharakter für andere Gemeinden und Kreise bekommen. Erkenntnisse und Ergebnisse werden fortlaufend veröffentlicht, um einen Wissenstransfer sicherzustellen. Hier haben Behörden von der Wissenschaft gelernt. Dort gehört es schon seit Jahrzehnten immer mehr zum Alltag, neben den Veröffentlichungen auch grundlegende Forschungsdaten und Rohdaten von Studien zur Verfügung zu stellen – als offene Daten.

  • Ökobilanz mit Licht und Schatten

    Die Deutschen kaufen gern Ökoprodukte. Besonders dann, wenn diese sogar aus der Heimat kommen. Doch das hat auch seine Schattenseiten Foto: Sora/ChatGPT Die Spreewaldgurken sind auch bei deutschen Verbrauchern der Renner – am liebsten mit dem heimischen Ökozeichen auf dem Etikett. Auch Äpfel aus Sachsen und Wurst aus Sachsen-Anhalt aus heimischer Ökoproduktion werden gern gekauft, solange der Preis stimmt. Trotzdem sinkt gerade in einigen östlichen Bundesländern die Zahl der Betriebe, auch die Anbaufläche, die nach strengen (und teureren) Ökostandards beackert wird, wird dort kleiner. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Entwicklung ist nicht einheitlich. Nach Angaben des zuständigen Landwirtschaftsministeriums in Magdeburg ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 8800 Hektar zurückgegangen. 2024 wurden in dem Bundesland noch rund 112.200 Hektar ökologisch bewirtschaftet, ein Anteil von knapp zehn Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dies ist – für Laien gesprochen – ein Rückgang der Fläche in einer Größenordnung von knapp 9000 Fußballfeldern. Auch die Zahl der Betriebe, die nach ökologisch teuren Methoden ihre landwirtschaftliche Produktion ausrichten und betreiben, ist nach den Zahlen des Ministeriums gesunken: von 1050 auf jetzt 944. Betriebe brauchen gute Preise Der Landwirtschaftsverband Sachsen-Anhalt betrachtet die Entwicklung des Ökolandbaus seit 2020 differenziert. Man müsse neben veränderten politischen Vorgaben, die einen kleinen Ökoboom in Sachsen-Anhalt ausgelöst haben – bis 2021 war das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg in grüner Hand – auch die Entwicklung auf dem allgemeinen landwirtschaftlichen Markt betrachten. „Wir sehen durch wachsende Konkurrenz gerade durch Importe aus Südamerika einen erheblichen Druck auf die Preise in dem Segment“, erklärte ein Sprecher des Landwirtschaftsverbandes. Über weitere Gründe wird in der Branche und der Politik nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen: Die Einhaltung und Überwachung von Bio- bzw. Ökozertifikaten ist nämlich in vielen Regionen der Welt jedoch nicht mit deutschen Standards zu vergleichen, zugleich sind Korruption und Verkäufe von Ökosiegeln gerade in Afrika und Mittelamerika nicht selten. Ein weiterer Punkt: Der Lebensmitteleinzelhandel diktiert auch auf dem Ökomarkt gegenüber den Betrieben und Erzeugern die Preise nach sehr harten Maßstäben. Zudem seien gerade in Sachsen-Anhalt die Statistiken für die Jahre 2019 bis 2021 durch erhebliche Förderanreize geprägt gewesen. Aktuell ist wieder Normalität eingekehrt: Landwirtschaftliche Betriebe schauen nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern deutschlandweit, ob sich mit Ökoprodukten verlässliche Erlöse erzielen ließen und stabile Absatzwege vorhanden seien. Sonst stellt man den Betrieb wieder um – oder gibt ganz auf. Thüringen holt auf Anders dagegen die Lage im benachbarten Thüringen: Laut einer Marktanalyse zum Biomarkt ist dort die Fläche für hiesigen Ökolandbau von rund 32.600 Hektar im Jahr 2015 auf etwa 64.400 Hektar im Jahr 2024 vergrößert worden. Im Vergleich zu Sachsen-Anhalt oder anderen Bundesländern liegt Thüringen im hinteren Mittelfeld: Während bundesweit 11,5 Prozent der Fläche als „Bioland“ gilt, sind es in Thüringen 8,23 Prozent. „In unserem Bundesland hat sich der Ökolandbau dennoch strukturell etabliert“, sagte Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) unlängst bei der Vorstellung der Studie, die das Ministerium selbst in Auftrag gegeben hat. In Thüringen gibt es den Angaben zufolge derzeit mehr als 500 Ökolandbaubetriebe, das sind 15 Prozent der Agrarbetriebe. Damit liegt das Land über dem Bundesdurchschnitt. Produktionskette steht nicht Dennoch gibt es auch dort Probleme: Gerade in Thüringen fehlen wichtige Weiterverarbeitungsbetriebe, die die Lieferkette von der heimischen Rohstoffgewinnung über die Veredelung bis hin zum Verkauf gewähren können. Das gilt für die Bereiche Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung der Bioerzeugnisse: Konsequenz: Ein sehr großer Anteil der in Thüringen gewonnenen Ökorohstoffe kann nicht vor Ort weiterverarbeitet werden, sondern muss zur Veredelung in andere Länder geschickt werden. Dies verschlechtert nicht nur die Klimabilanz, sondern schlägt sich durch dezentrale Weiterverarbeitung auch auf die Preise nieder.

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