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Landwirte im Norden erhöhen den Druck auf die Agrarpolitik

  • Jürgen Muhl
  • vor 9 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Eine junge Landwirtschaftsministerin kommt bei den Landwirten an: Beifall auf dem Landesbauerntag in Schleswig-Holstein. Und sie will sich für eine erleichterte Jagd auf Problemwölfe stark machen


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Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (Foto: © Frank Peter)
Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (Foto: © Frank Peter)

Die Landwirte in Schleswig-Holstein erhöhen ihren Druck auf die Agrarpolitik in Berlin und Brüssel. In den meisten Bereichen, so bei der Schweinehaltung, bei den Milchpreisen und im Ackerbau, machen auskömmliche Erträge und Erlöse zu schaffen. Auf dem Landesbauerntag in Rendsburg wurden jetzt Forderungen nach einer „verlässlichen Politik“ laut. Die von der CDU geführte Landesregierung solle „nicht für jeden Kompromiss“ dem grünen Koalitionspartner „Danke“ sagen, sondern den Ton angeben, forderte Schleswig-Holsteins Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht vor über 500 Landwirten. Die Spitze richtete sich auch gegen Umweltminister Tobias Goldschmidt, zu dessen Ressort die Zuständigkeit für Umwelt und Natur gehören. Es geht dabei um gegensätzliche Interessen, zum Beispiel bei der Wiedervernässung von Moorböden. Betroffene Landwirte befürchten dadurch den Verlust wertvoller Acker- und Grünlandflächen sowie die Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Existenz. Anders sehen die Bauern die Ministerin Cornelia Schmachtenberg von der CDU – zuständig für Landwirtschaft und ländliche Räume – eher an ihrer Seite.


Der Landesbauerntag, der traditionell im Rahmen der Agrarmesse Norla am Ufer des Nord-Ostsee-Kanals stattfindet, verzeichnete weitaus mehr Besucher als in den Vorjahren. Das hat auch mit dem ersten Auftritt der Agrarministerin im Kieler Kabinett zu tun, die seit November letzten Jahres im Amt ist. Die 35-jährige CDU-Politikerin erhielt für ihren couragierten Redebeitrag langanhaltenden Beifall. Dabei ging es auch um ein neues Perspektivpapier zum Erhalt einer starken Nutztierhaltung. Viehhaltung und zuvorderst Milchkühe seien das Rückgrat der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. „Wir müssen dieses Papier in den nächsten Monaten mit Leben erfüllen“, betonte die junge Ministerin. Schmachtenberg zog die Bauern in ihren Bann. Ihr sei bewusst, dass es „keine großartige Zeit für die Landwirte ist“. Und doch arbeite sie mit all ihren Möglichkeiten dafür, „dass es Sie auch weiterhin in großer Zahl gibt und wir nicht von Importen abhängig werden“. Dies sagte sie auch angesichts niedriger Milchmargen und Ernteerträgen, die fortgesetzt rückläufig seien.


Managementplan zur Verringerung von Fraßschäden durch Wildgänse


Zudem will sich Schmachtenberg für eine erleichterte Jagd auf Problemwölfe stark machen. Dies sei aber nicht im Alleingang möglich, „da müssen meine Kolleginnen und Kollegen bundesweit schon mitmachen“. Derzeit entsteht in Schmachtenbergs Ministerium ein Managementplan. Übertragen werden soll dieses Verfahren auch auf die rastenden Wildgänse, die vor allem entlang der Westküste für eklatante Fraßschäden sorgen.


Der Bauernverband im Norden ist Initiator des vor kurzem geschlossenen „Aktionsbündnisses für ländliche Räume“. Sieben einflussreiche Organisationen, darunter auch der Unternehmensverband Nord, sind mit von der Partie. Jetzt will auch noch der Gemeindetag dazustoßen. Die Landespolitik müsse mehr für den ländlichen Raum tun, „leben da doch bei uns rund 70 Prozent der Bevölkerung“, sagte Bauernchef Lucht und fügte hinzu: „Wir werden in den nächsten Wochen mehr Druck ausüben. Wollen wir doch sichtbar machen, welche Parteien etwas für uns tun und welche nicht.“

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