top of page
  • Torben Hammer

Alles neu macht der Mai?

Der Ampel-Referentenentwurf des Waldgesetzes und das Jagdgesetz werden kontrovers diskutiert. Wir beschreiben, was sich im Wald gerade aktuell tut und getan wird


Beitrag anhören (MP3-Audio)

Blick in einen Wald
Foto: BettinaF / pixelio.de

Der Frühling schreitet mit großen Schritten voran: Überall sprießt das Grün, die Vegetation erwacht, und eine neue Generation Wildtiere kommt zur Welt. In unseren heimischen Wäldern ist von Frühjahrsmüdigkeit keine Spur zu sehen – auch nicht in Bezug auf die Waldbewirtschaftung. Die Trockenheitsjahre seit 2018 haben zu einer flächendeckenden Käferkalamität geführt, wodurch auf etwa 500.000 Hektar buchstäblich kein Baum mehr steht. Waldbesitzerinnen und -besitzer stehen vor der Herausforderung, mit diesen in dramatischer Weise veränderten Waldbildern umzugehen. Diese Fläche in einen klimaresilienten Wald umzugestalten, erfordert eine gründliche Analyse der Ausgangssituation, einschließlich des Bodens, sowie eine sorgfältige Auswahl zukünftiger Baumarten.

 

Die Monate April und Mai markieren eine geschäftige Zeit in der Forstwirtschaft, wenn sich die Natur langsam vom Winter erholt und der Frühling seine volle Pracht entfaltet. In diesen Monaten stehen verschiedene Aufgaben an, um die Gesundheit und Produktivität der Wälder zu erhalten und zu fördern: Von der Pflanzung neuer Bäume bis hin zur Schädlingsbekämpfung haben Forstwirtschaftlerinnen und Forstwirtschaftler alle Hände voll zu tun, um die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und zu schützen.

 

Pflanzarbeiten erfordern präzises Handwerk

 

Eine der wichtigsten Aufgaben im Frühling ist die Pflanzung und Anpflanzung neuer Bäume. Dies ist entscheidend, um entstandene Lücken im Bestand aufzufüllen und die Waldverjüngung voranzutreiben. Forstwirtschaftliche Betriebe planen sorgfältig die Auswahl der Baumarten, um die Vielfalt des Waldes zu erhalten und den klimatischen Bedingungen gerecht zu werden. Die Pflanzarbeiten erfordern präzises Handwerk und sind oft eine Gemeinschaftsanstrengung, bei der viele Hände helfen, junge Setzlinge in den Boden zu bringen.

 

Junge Bäume benötigen während des Frühjahrs besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Dazu gehören Maßnahmen wie das Entfernen von Konkurrenzvegetation, das Anbringen von Schutzvorrichtungen gegen Wildverbiss und das Bewässern bei Trockenheit. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um das Wachstum und die Überlebensrate der jungen Bäume zu fördern und sicherzustellen, dass sie sich zu gesunden, starken Beständen entwickeln.

 

Mit dem Frühling erwachen auch verschiedene Schädlinge und Krankheiten zum Leben, die den Wald bedrohen können. Forstwirtschaftlerinnen und Forstwirtschaftler müssen daher wachsam sein und Maßnahmen zur Bekämpfung oder Prävention ergreifen, um die Gesundheit der Wälder zu schützen. Dies kann die Anwendung von Insektiziden, das Entfernen befallener Bäume oder andere Methoden zur Schädlingsbekämpfung umfassen.

 

Wenn die Bedingungen günstig sind, werden im Frühjahr auch Holzernte- und Rückearbeiten fortgesetzt. Dies umfasst das Fällen von Bäumen, das Zerkleinern von Holz und den Transport aus dem Wald. Aufgrund des nassen und warmen Winters sind vielerorts noch Arbeiten abzuschließen.

 

Kontrollen zur Verkehrssicherheit

 

Zusätzlich zu diesen Aufgaben müssen auch Maßnahmen zur Verkehrssicherheit ergriffen werden. Dazu gehört vor allem die Kontrolle von Bäumen an Straßen und Wegen, um die Sicherheit von Waldbesuchern und angrenzenden Verkehrswegen sicherzustellen. 

 

Neben diesen spezifischen Aufgaben umfasst die Arbeit in der Forstwirtschaft im Frühjahr auch allgemeine Waldpflege- und Managementaktivitäten. Diese bestehen unter anderem in dem Überwachen des Zustands des Waldes, der Aufnahme von Bestandsdaten, der Planung zukünftiger Maßnahmen und der Kommunikation mit anderen Interessengruppen wie Naturschutzorganisationen und Gemeinden. Aber auch ein Austausch mit den Jägerinnen und Jägern ist enorm wichtig! Mit Aufgang der Bockjagd sollte eine Absprache zwischen Jagd und Forst stattfinden, um ein gemeinsames Konzept zur Wildbewirtschaftung vor den Herausforderungen des Waldumbaus zu entwickeln. Hier können gemeinsame Waldbegänge das gegenseitige Verständnis fördern und einen gemeinsamen Weg in der Bewirtschaftung der Natur ebnen. 

 

Insgesamt stellen die Monate April und Mai also keineswegs eine Zeit zum Ausruhen dar und bringen eine Vielzahl von Aufgaben und Herausforderungen mit sich. Durch sorgfältige Planung, präzise Durchführung und engagierte Zusammenarbeit können Försterinnen und Förster durch aktive Bewirtschaftung dazu beitragen, die Gesundheit und Nachhaltigkeit unserer Wälder zu erhalten und zu fördern.


 

Unser Gastautor Torben Hammer, studierter Forstwissenschaftler, berät private Forstbetriebe hinsichtlich innovativer Waldbewirtschaftungen und Märkte.

Comments


bottom of page