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Der Soja-Trend erreicht die Felder

  • Autorenbild: Frank Polke
    Frank Polke
  • vor 11 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Es wird immer heißer – und vor allem fehlt im Frühling der Niederschlag. Nicht nur in Sachsen setzen die Landwirte deswegen verstärkt auf den Soja-Anbau


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Foto: AnRo0002/Wikipedia
Foto: AnRo0002/Wikipedia

Das Angebot im Supermarkt ist riesig – und auch die Nachfrage wächst. Lebensmittel wie Soja-Milch, Protein-Produkte wie Joghurt oder Käse erfreuen sich großer Beliebtheit. Während importierte Soja-Bohnen fast ausschließlich als Futtermittel dienen, wird in Deutschland angebautes Soja vor allem direkt für Lebensmittel verwendet. Insbesondere Tofu, Soja-Drinks und andere pflanzliche Produkte stammen häufig aus regionaler Erzeugung. Über den Einsatz genveränderter Pflanzen herrscht in Deutschland und Europa – anders als in den USA – kein Konsens, die Debatte darüber beschäftigt vor allem die europäische Ebene.


 Angesichts dieser steigenden Nachfrage und des Klimawandels erkennen heimische Landwirte in Deutschland aber die Chancen, die sich aus dem Anbau der Soja-Bohne auch in Deutschland ergeben. Ganz weit vorn sind bei dem Soja-Trend die Landwirte aus Sachsen. Nach Angaben des sächsischen Bauernverbandes ist allein die Anbaufläche im Freistaat mit 2.600 Hektar im Vergleich zum Jahr 2025 um 40 Prozent gestiegen. „Sie ist einer der Gewinner des Klimawandels. Diese Frucht hat angesichts der sich verändernden klimatischen Bedingungen Zukunft“, meint Torsten Krawczyk, Präsident des sächsischen Landesbauernverbandes.


Soja trotzt der Trockenheit


Die Soja-Bohne ist im Vergleich zu anderen Sorten extrem hitzebeständig, benötigt weniger Wasser und trotzt auch der zunehmenden Frühjahrstrockenheit. Ein Vorteil der Hülsenfrucht, die in Deutschland noch immer ein Nischenprodukt landwirtschaftlicher Erzeugung ist, ist die Tatsache, dass sie später als die Erbse oder der Raps blüht und reift. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Preise für Soja-Bohnen sind aufgrund der starken Nachfrage nach Protein stabil. Die größten Produzenten von Soja sind aktuell Brasilien, Argentinien und die USA.


Soja benötigt eine Mindestdurchschnittstemperatur von 9,5 °C. Regionen südlich des Mains (besonders in Unterfranken und in Nieder- und Oberbayern) oder in Sachsen bieten die besten Bedingungen. Die Aussaat erfolgt in der Regel ab Mitte April, sobald der Boden warm genug ist. Die Ernte findet meist von Mitte September bis Anfang Oktober statt. Der Ertrag liegt in der Praxis bei etwa 35 bis 45 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha), wobei die Bohnen oft getrocknet werden müssen. Sollte sich der Anbau von Soja in Deutschland weiter ausbreiten, könnte dies auch ein Beitrag zum Klimaschutz sein.


 Suche nach neuen Ertragsquellen auf trockeneren Böden


Wie wichtig die Suche nach neuen Ertragsquellen und Anbausorten ist, macht ein Blick in die aktuellen Erntezahlen deutlich. Nach offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes ernten die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich 11,3 Prozent weniger Erdbeeren als im Vorjahr. Das ist die niedrigste Erdbeerernte im Freiland seit dem Jahr 1995. Ein Grund für die sinkende Erntemenge ist die weiter zurückgehende Anbaufläche: Sie nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 7830 Hektar ab. Die größte Erntemenge wird mit 18.100 Tonnen in Niedersachsen erwartet. Das ist ein Minus von 18 Prozent. Darauf folgt Nordrhein-Westfalen mit einer geschätzten Erntemenge von 14.600 Tonnen (minus 13,4 Prozent) und Baden-Württemberg mit 13.500 Tonnen (plus 6,8 Prozent).


Eine abnehmende Erntemenge erwartet das Bundesamt auch beim Spargel und geht von 100.300 Tonnen und damit 3,4 Prozent weniger als 2025 aus. Endgültige Ergebnisse auch zur Erdbeerernte etwa in Gewächshäusern veröffentlicht das Statistische Bundesamt aber erst im Frühjahr 2027.

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