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„Erklärung von Werl“ fordert Klimaschutz durch aktive Waldbewirtschaftung

natur+mensch / pm
vor 13 Stunden
2 Min. Lesezeit

Der Waldbauernverband NRW positioniert sich klar gegen weitere Flächenstilllegungen und einen neuen Nationalpark. Unterstützung erhält er dabei von prominenter wissenschaftlicher Seite


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Foto: Heinrich Linse / pixelio.de
Foto: Heinrich Linse / pixelio.de

Beim Waldbauerntag in Werl stellte jetzt Verbandsvorsitzender Eberhard Freiherr von Wrede die „Erklärung von Werl“ vor, ein klares Bekenntnis zur aktiven Waldbewirtschaftung als Klimaschutzinstrument. „Wir wollen mit dieser Erklärung einen Impuls für eine sachorientierte Klimaschutzpolitik setzen, die aktive Waldbewirtschaftung, regionale Holzverwendung und nachhaltiges Bauen stärker zusammendenkt“, so von Wrede.


Waldpflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe


Nordrhein-Westfalen ist mit über zwei Dritteln Privatwaldanteil zugleich das bevölkerungsreichste Bundesland. Die Erklärung stellt klar: Die Waldschäden der vergangenen Jahre seien keine betrieblichen Fehlplanungen, sondern Folge der Extremwetterereignisse des Klimawandels. Deshalb müsse der Umbau zu klimadynamischen Waldbeständen dauerhaft und in ausreichender Höhe von der Gesellschaft mitgetragen werden. Von Wrede: „Die Waldbesitzenden stehen dazu bereit. Doch ihnen darf diese Aufgabe nicht alleine aufgebürdet werden.“


Holzbau als unterschätzter Klimahebel


Einen zweiten Schwerpunkt setzt die Erklärung beim Bauen mit Holz. NRW gilt als eines der Schlusslichter beim Holzbau, trotz großen Potenzials. Der Verband fordert daher den Abbau von Hemmnissen sowie eine schnellere Weiterentwicklung von Forschung, Normung und technischen Voraussetzungen für den Einsatz von Holz als Baustoff, gerade auch für Baumarten, die durch den Klimawandel künftig an Bedeutung gewinnen.


Klare Absage an neue Flächenstilllegungen


Konsequent leitet der Verband daraus seine Kernforderung ab: keine weiteren Flächenstilllegungen in NRW. Nur aktive Waldbewirtschaftung sichere einen dauerhaft hohen Holzzuwachs und damit stetige Kohlenstoffeinlagerung, ermögliche zugleich Waldumbau und Waldbrandprävention. Da nachhaltig bewirtschaftete Wälder bereits einen wichtigen Beitrag zu Biodiversität und Artenschutz leisteten, sei die Nicht-Nutzung von Wäldern aus Naturschutzgründen in der Regel nicht erforderlich. Der Waldbauernverband spricht sich vor diesem Hintergrund auch gegen die Ausweisung eines weiteren Nationalparks in NRW aus.


Ergänzend fordert der Verband, die Nutzung von Holz zur dauerhaften CO₂-Speicherung, etwa über Pflanzenkohle, sowie zur Energiegewinnung als „technische Klimaschutzmaßnahmen“ weiter auszubauen.


Prominente Rückendeckung von Klimaforscher Schellnhuber


Gastredner Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), stützte die Positionen der Waldbauern mit deutlichen Worten: „Beim Klimaschutz ist der wichtigste Faktor die gebaute Umwelt, rund 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus dem Bauen, dem Betreiben und Abreißen von Gebäuden, und hier gibt es die hervorragende Möglichkeit, aus einer CO₂-Quelle eine CO₂-Senke zu machen.“ Die wichtigsten Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel seien, abgesehen von der dringend nötigen Reduzierung fossiler Emissionen, eine nachhaltige Forstwirtschaft mit konsequentem Waldumbau sowie eine biobasierte Bauwirtschaft.


Der Waldbauernverband NRW vertritt die Interessen von über 150.000 privaten Waldbesitzern im Land.

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