Ein Zuhause mit Hund und Revierbezug für Jägersenioren?
Gemeinsam statt einsam: Ein Bauingenieur aus Nordhessen plant eine Seniorenwohnanlage für Jäger im Alter. Eine Projektidee mit Jagdschule, Bio-Bauernhof und Pflegeeinrichtung

Für viele Jäger endet mit dem Alter nicht nur die Zeit im Revier. Wer in eine Senioreneinrichtung zieht, muss nach Einschätzung des Initiators oft auch den Jagdhund abgeben, weil nur wenige Häuser Hunde gestatten. Hier setzt die Projektidee „Lebensraum JAGDHEIM – Gemeinsam statt Einsam“ an. Dahinter steht der Bauingenieur Rüdiger Löwenstein aus Wolfhagen-Niederelsungen im Landkreis Kassel. Er beschreibt sein Vorhaben als reine Privatinitiative ohne Eigennutzinteresse.
Einsamkeit im Alter als Ausgangspunkt
Löwenstein verweist auf das Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministeriums, das Ende Mai 2024 erstmals vorgestellt wurde. Die zeigt, dass Einsamkeit mehrere Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Am stärksten sind Menschen über 75 Jahre betroffen, während der Pandemie waren es aber auch junge Erwachsene. Zwischen Stadt und Land stellt die Studie kaum Unterschiede fest. Der Initiator sieht das Thema auch unter den rund 460.000 Jagdscheininhabern in Deutschland und richtet sich an Senior-Jäger und Naturliebhaber.

Drei Neubauten, ein Konzept
Nach Löwensteins Überlegung soll ein JAGDHEIM am Südhang des Frauenbergs im hessischen Niederelsungen entstehen. Den Kern bildet eine dreigeschossige, barrierefreie Wohnanlage mit Fachwerkfassade. Geplant sind 84 Wohneinheiten zwischen 30 und 50 Quadratmetern für 93 Personen, dazu eine Wohnung zum Probewohnen. Vorgesehen sind unter anderem ein Café- und Restaurantbetrieb, ein Hallenbad, eine Bowlingbahn, ein Weinkeller und ein Laser-Schießkino mit Waffenkammer. Die Bewohner sollen nach der Projektplanung ihren eigenen Haushalt führen können und im Rahmen des betreuten Wohnens bei Bedarf Betreuung und Pflege abrufen. In die Anlage integriert ist eine Land-Jagdschule mit Wald-Akademie. Sie soll Jungjäger, angehende Berufs- und Revierjäger, Jagdaufseher- und Falkner-Anwärter sowie künftige Natur- und Waldführer ausbilden. Auch der Austausch zwischen Jungjägern und erfahrenen Senior-Jägern ist ausdrücklich gewünscht.
Hund und Mitmachen als Leitgedanken
„Jagd ohne Hund ist Schund“, heißt es unter Jägern. Das JAGDHEIM sieht deshalb ausdrücklich die Haltung von Haustieren vor. Dazu gehören eine Hundewaschanlage und eine Jagdhundeschule mit Pension auf dem Bauernhof. Wer seinen Hund nicht mehr selbst versorgen kann, soll Unterstützung durch die Hausgemeinschaft erhalten.

Bedarfsumfrage vor der weiteren Planungsphase
Das Vorhaben ist bislang ohne Investor und Betreiber. Ein Investitionsvolumen nennt die Langbeschreibung nicht. Der Initiator betont selbst, es sei „noch nichts in Stein gemeißelt“. Ihm geht es zunächst erst einmal um eine Idee und ihre Machbarkeit durch Nachfrage. Um das Interesse zu messen, hat Löwenstein gemeinsam mit der Plattform LamaPoll eine Umfrage zur Altersvorsorge entwickelt. Sie fragt unter anderem nach den Wohnvorstellungen im Rentenalter, der Haltung zum Konzept, der Bedeutung der Hundehaltung und den Erwartungen an die Ausstattung. Abgefragt wird auch das monatliche Budget für ein All-inclusive-Konzept mit Wohnraum, Vollverpflegung und Grundbetreuung. Zur Auswahl stehen etwa bis 2.500 Euro für ein Appartement mit rund 32 Quadratmetern oder bis 3.200 Euro für rund 52 Quadratmeter. Die Angaben zur Person sind freiwillig.
Informationen zum Konzept und Kontakt: https://jagdheim.de/






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